Muskelbank (Muscle Tissue Culture Collection)

Die Muscle-Tissue-Culture-Collection (MTCC) wurde im Jahr 1998 am Friedrich-Baur-Institut eingerichtet und durch eine Anschubfinanzierung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) unterstützt. Seitdem wurde und wird die MTCC durch die Association Française contre les Myopathies (AFM), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Europäische Kommission (Fünftes Rahmenprogramm) gefördert. Von 2003-2012 war die MTCC eine zentrale Serviceeinrichtung des deutschen Muskeldystrophie-Netzwerks MD-NET, seit 2009 ist sie im Rahmen einer Förderung des BMBF eine Servicestruktur des Deutschen Netzwerkes für Mitochondriale Erkrankungen mitoNET.

Die Serviceeinrichtung sammelt, verarbeitet und archiviert vitale Muskelzellen (Myoblasten) verschiedenster Muskelkrankheiten, und stellt diese dann für nicht-kommerzielle Forschungsprojekte zu neuromuskulären Erkrankungen zur Verfügung. Gerade funktionelle Untersuchungen zur Krankeitsentstehung in der Muskelzelle (zelluläre Pathogenese) und zur Korrektur der krankheits-spezifischen zellulären Abläufe (molekulare Therapie) profitieren erheblich von diesem Angebot. So haben in den letzten 15 Jahren Forschungsprojekte an mehr als 150 Instituten im In- und Ausland direkt von dem Einsatz der von der MTCC zur Verfügung gestellten Myoblasten profitiert, oder wurden erst durch diese möglich gemacht.

Die MTCC wird von vielen neuromuskulären Zentren in Deutschland unterstützt und leistet einen wesentlichen Beitrag bei der Etablierung und Durchführung von Forschungsprojekten. Für interessierte Wissenschaftler und technisches Personal werden auf Anfrage auch individuelle Trainingsprogramme in der Technik der Myoblastenkultur sowie weitergehende Beratungsleistungen in der Durchführung von Zellkulturexperimenten angeboten. Der Einsatz kultivierter, humaner Muskelzellen für neuromuskuläre Forschungsarbeiten sowohl auf dem Gebiet der klinischen Medizin, als auch in der Grundlagenforschung wird auch in Zukunft helfen, die Pathomechanismen von neuromuskulären Krankheiten besser zu verstehen, um so die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien für diese seltenen Erkrankungen zu fördern.

Die MTCC ist seit 2003 Gründungsmitglied und Partner einer multinationalen europäischen Initiative, genannt „EuroBioBank“. Die Vernetzung von Biomaterialbanken ist insbesondere für die Forschung zu seltenen Erkrankungen essentiell. EuroBioBank ist das erste operierende Netzwerk in Europa, das spezifisch für seltene Erkrankungen humanes biologisches Material (DNA, Gewebe, Zellkulturen) zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt. Mittlerweile sind über 80.000 Proben über die Banken des Konsortiums erhältlich. Für mehr Informationen siehe die Beschreibung auf der EuroBioBank-Website.

Patienteninformationen

Einsendung und Bezug von Myoblasten-Kulturen

Myoblasten-Kulturen können im Online-Katalog der EuroBioBank ausgewählt werden.

Weitere Informationen zur Einsendung von Biopsiematerial und zum Bezug von Myoblasten-Kulturen sowie zu spezifischen Beratungsleistungen und Trainingsprogrammen sind per E-Mail unter mtcc@med.uni-muenchen.de oder telefonisch unter 089/4400-57480 erhältlich.

Ansprechpartner


PD Dr. Dr. Sabine Krause
Julia Emmerich

Zuletzt geändert: 22.10.2013