Bundesfreiwilligen- dienst am LMU-Klinikum gestartet
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) tritt an die Stelle des Zivildienstes, der zusammen mit der Wehrpflicht Ende Juni 2011 ausgesetzt wurde. Mit dem Einsatz von Zivis in der Pflege, im Labor und in der Verwaltung hat das Klinikum sehr gute Erfahrungen gemacht. 2010 waren insgesamt 189 Zivildienstleistende am LMU-Uniklinikum im Einsatz. Das Erfolgsmodell soll nun mit den Freiwilligen im BFD fortgeführt werden. Seit September engagieren sich die ersten Freiwilligen in der Kardiologie am Campus Innenstadt.
„Uns ist bewusst, dass hier viel Eigeninitiative gefragt ist, um Freiwillige zu gewinnen. Der Einsatz wird nun nicht mehr aus einer Pflicht heraus absolviert, sondern weil die jeweilige Person aus freien Stücken etwas für das Gemeinwohl tun möchte“, sagt Peter Jacobs, Pflegedirektor am Klinikum der Universität München. Derzeit stehen am Klinikum 50 Plätze für Freiwillige zur Verfügung, jeweils 25 pro Standort. Einsatzmöglichkeiten gibt es innerhalb des Pflegedienstes in über 40 Kliniken und Funktionsbereichen auf 140 Stationen aller medizinischen Fachrichtungen.

Erste Erfahrungen aus dem BFD am Klinikum
Johanna Wiemer und Julia Feldmaier (Bild oben) sind die ersten Freiwilligen am Klinikum der Universität München. Die beiden sind seit Anfang September in der Kardiologie der Medizinischen Poliklinik am Campus Innenstadt eingesetzt. „Da ich ein Medizinstudium anstrebe, war der Bundesfreiwilligendienst in einem Krankenhaus eine gute Möglichkeit, um die Wartezeit zu überbrücken bis ich einen Studienplatz bekomme. Hier kann ich bereits den Berufsalltag erleben und schon einiges für das spätere Studium lernen“, sagt Johanna Wiemer über ihre Motivation für den BFD am Klinikum. Über den Alltag in der Klinik erzählt Julia Feldmaier: „In der Kardiologie wurden wir herzlich aufgenommen. Die Ärzte sind offen und geben gerne ihr Wissen an uns weiter. Wir haben die Möglichkeit in vielen Bereichen einen Einblick zu bekommen. Die Arbeit mit Patienten ist immer abwechslungsreich und spannend. An manchen Tagen fällt man abends todmüde ins Bett. Dennoch macht es Spaß und man lernt den Umgang mit kranken Menschen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden und dementsprechend reagieren“. Dr. Philip Jung, Leiter der Herzinsuffizienzambulanz und Echokardiographie, betreut die beiden Freiwilligen und kann den Bundesfreiwilligendienst „allen Personen mit sozialem Engagement und Interesse an einer sinnvollen und lehrreichen Tätigkeit in einer Klinik“ empfehlen, „insbesondere dann, wenn anschließend eine Ausbildung oder Tätigkeit im Gesundheitssystem angestrebt wird. So kann beispielsweise der BFD als Pflegepraktikum für ein späteres Medizinstudium anerkannt werden“. Eingesetzt werden die Freiwilligen vor allem für die Betreuung von Patienten, d.h. Mitarbeit bei pflegerischen Tätigkeiten. „Nach ersten Erfahrungen sind die Freiwilligen sehr motiviert, zuverlässig und interessiert, sodass sie auch in Tätigkeiten eingelernt werden, bei denen längere Anlernphasen üblich sind. Unsere Freiwilligen können beispielsweise ein EKG schreiben und bei anspruchsvollen Untersuchungen assistieren wie der transösophagealen Echokardiographie, während der sie dann das Ultraschallgerät bedienen“, berichtet Dr. Jung.
Konditionen und Arbeitszeiten für den BFD am Klinikum
Die Rahmenbedingungen für den Bundesfreiwilligendienst regeln die Leistungen für die Freiwilligen sowie deren Arbeitszeit: In der Regel sind Personen im BFD 12 Monate in einer Einsatzstelle beschäftigt, minimal jedoch 6 Monate und maximal 24 Monate. Personen, die jünger als 28 Jahre sind, müssen im Freiwilligendienst Vollzeit tätig werden. Personen, die mindestens 28 Jahre alt sind, können den Freiwilligendienst in Teilzeit ausführen, mit einer wöchentlichen Mindestarbeitszeit von 20 Stunden. Das Klinikum der Universität München bietet für den Einsatz im BFD folgende Leistungen: Taschengeld in Höhe von 195 Euro, eine Unterkunft bzw. Geldersatzleistungen bei Nichtinanspruchnahme in Höhe von 175 Euro, eine Verpflegungspauschale in Höhe von 217 Euro, Bereitstellung der Arbeitskleidung sowie Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung).
Bewerbungen bei der Pflegedirektion
Wer seinen Bundesfreiwilligendienst am LMU-Uniklinikum leisten möchte, kann sich jederzeit – bevorzugt online – bewerben. Benötigt werden ein Bewerbungsanschreiben und ein Lebenslauf. Wünsche im Hinblick auf das medizinische Fachgebiet oder den Standort (Campus Innenstadt oder Campus Großhadern) werden soweit möglich berücksichtigt. Natürlich besteht vor Ort dann jederzeit die Möglichkeit sich das betreffende Einsatzgebiet anzusehen, oder sogar einen "Schnuppertag" zu absolvieren. Die Vertragsgestaltung erfolgt über die Personalabteilung des Klinikums.
Onlinebewerbung: pflegestellen@med.uni-muenchen.de
Weiterführende Informationen zum Bundesfreiwilligendienst am Klinikum der Universität München


