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1. Patiententag zum Thema Organtransplantation

Das Transplantationszentrum am Klinikum der LMU informierte vergangenen Samstag in Vorträgen und Diskussionen über medizinische, rechtliche und ethische Belange der Organtransplantation

Das Logo des Transplantationszentrums München

Durch die Lebendnierenspende des SPD-Fraktionschefs Frank-Walter Steinmeier für seine Frau ist die Diskussion über Organmangel und Organspende sowie über medizinische Alternativen wieder aufgeflammt. Dennoch ist die Anzahl der Organtransplantationen im ersten Quartal 2011 um 20-30 Prozent zurückgegangen (Quartalsbericht Eurotransplant). Nun will auch der Gesetzgeber dazu beitragen, die angespannte Situation zu entschärfen – mit einem neuen Transplantationsgesetz. Eine erste Anhörung im Bundestag ist für den 8. Juni angesetzt. Und auch in Bayern wird über einen eigenen Gesetzesentwurf voraussichtlich noch im Mai im Landtag debattiert. Ein zentraler Diskussionspunkt ist die Änderung von der Zustimmungsregelung hin zur Widerspruchsregelung. Dabei wäre jeder Bürger potentieller Organspender, sofern er dies nicht schriftlich zu Lebzeiten ablehnt. Bislang muss man sich mittels Organspenderausweis aktiv zur Organspende bekennen. Wichtig dabei ist, dass die jeweils nationalen Regelungen gelten, d.h. bei einem tödlichen Unfall im Urlaub z. B. in Österreich sind auch Menschen ohne Ausweis Organspender, sofern keine Ablehnung vorliegt. Denn in fast allen Nachbarländern gilt die Widerspruchsregelung. Trotzdem werden auch dort immer die Angehörigen um ihre Zustimmung gebeten.

Angesichts vieler Fragen herrscht trotz unermüdlicher Aufklärung großer Informations- und Diskussionsbedarf. Das Transplantationszentrum (TxM) am Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, veranstaltete nun am 7. Mai seinen ersten Patiententag für alle Patienten, die auf ein Organ warten oder bereits transplantiert sind. Dabei konnten sämtliche Fragen im Zusammenhang mit der Organspende und Transplantation behandelt werden. Neben Medizinern des LMU-Klinikums, die allgemeinverständlich Fragen zur Transplantation der verschiedenen Organe behandelten, stellten auch die Bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk, der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens, Sigmund Gottlieb, sowie der ehemalige Prior des Klosters Andechs, Anselm Bilgri, ihre Aspekte zur Regelung der Organspende dar. Weitere Referenten waren der Generalsekretär der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Prof. Bernhard Banas, und Dr. Axel Rahmel von Eurotransplant.

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