Ohne Strom geht nichts
Neubau der Notstromanlage am Campus Großhadern
Stromausfall: Wenn München dunkel wird, muss das Klinikum weiterhin funktionsfähig sein. Binnen 15 Sekunden startet die Versorgung mit Notstrom. Damit dies auch in Zukunft gewährleistet werden kann, wird derzeit die Notstromanlage am Campus Großhadern neugebaut.
Das derzeitige Notstromsystem am Klinikum der Universität München ist 35 Jahre alt, es besteht aus fünf Aggregaten, die zusammen eine Leistung von sieben Megawatt (MW) erzeugen können. Nach dem Neubau werden vier Notstromaggregate mit einer Leistung von insgesamt 12 MW betrieben. Das entspricht dem Strombedarf einer mittleren Kleinstadt, wie z. B. Germering. Diese Leistungssteigerung ist notwendig – spätestens, wenn das neue Operationszentrum in Betrieb genommen wird.
Betrieb „auf Notstrom“ muss regelmäßig getestet werden
Damit bei einem Stromausfall alles zuverlässig funktioniert, testet die Abteilung für Bau und Technik die Anlage regelmäßig. Alle zwei Monate findet am ersten Samstag im Monat ein „scharfer Test“ statt, d. h. 15 Sekunden nachdem der Strom abgeschaltet wurde, muss die Notstromersatzanlage in Kraft treten. Wenn das Notstromaggregat läuft, benötigt es pro Stunde 3.000 Liter Öl. Das ist in etwa die doppelte Menge, die ein Einfamilienhaus im Jahr verbraucht. Das Klinikum hat, auf drei Tanks verteilt, 150.000 Liter Öl vorrätig.
Neubau

Das neue Gebäude in dem die Notstromanlage untergebracht wird, befindet sich südlich vom Bettenhaus, direkt neben dem Zugangsweg von der U-Bahn zum Klinikum. Das Gebäude ist im vollen Maß 40m lang, 30m breit und 14m hoch. Sichtbar ist jedoch nur eine handballfeldgroße Fläche von 40m Länge und 20m Breite: Aus Schallschutzgründen wird der größte Teil unterirdisch gebaut, nur die obersten 2,5m sind von außen sichtbar. Die Aggregate selbst sind MTU-Motoren aus Friedrichshafen. Jeder der vier Dieselmotoren hat 20 Zylinder, einen Hubraum von 100l und wiegt 10t. Nach dem Neubau haben wir in Großhadern die deutschlandweit größte zentrale Notstromanlage eines Klinikums im Mittelspannungsnetz.
Zeitplan und Kosten
Der Bau läuft seit Frühjahr 2009. Die Außenanlage wurde in 2010 fertig, die Inbetriebnahme der neuen Anlage fällt in das dritte Quartal 2011. Aktuell wird die Technik installiert, dabei wird auch die zentrale Mittelspannungsanlage umgebaut. Auch die Stadtwerke München sind gefordert: Das Klinikum erhält zwei zusätzliche Kabel, die aus Sicherheitsgründen auf einem anderen Weg als die bisherigen Kabeln zum Klinikum kommen. Auf einer 5km-Strecke werden die Kabel vom Umspannwerk „Kistlerhofstraße“ im Münchner Süden bis nach Großhadern verlegt. Zu den Kosten: Der Neubau der Notstromanlage kostet den Freistaat Bayern 15,2 Millionen Euro: davon 3 Mio. € für das Gebäude, 10 Mio. € für die Aggregate und Technik plus 2,2 Mio. € Planungskosten.


