Forschungsministerin Schavan eröffnet neues Lungenforschungs-zentrum

Forschungsministerin Schavan bei Ihrer Eröffnungsrede

Neuherberg/München/Gauting, 12. Juli 2010. Die Bundes- forschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan hat in München-Großhadern feierlich das neue Translations- zentrum für Lungenforschung CPC (Comprehensive Pneumology Center) eröffnet. Im CPC bündeln vier Partner, das Helmholtz Zentrum München, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, das Klinikum der Universität München und die Asklepios Fachkliniken München-Gauting ihre Expertise in der experimentellen und klinischen Lungenforschung.

Unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Eickelberg setzt das CPC seine wissenschaftlichen Schwerpunkte in der Diagnostik, Therapie und Prävention von schwerwiegenden Lungenerkrankungen wie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD, Asthma bronchiale, Lungenfibrose oder Lungenkrebs. Indem sie die molekularen Mechanismen von Lungenerkrankungen erforschen, wollen die Wissenschaftler neue Therapieansätze entwickeln und diese möglichst schnell zum Nutzen der Patienten in die klinische Anwendung bringen.

Lungenkrankheiten gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch wurden Lungenerkrankungen vor allem in Deutschland bisher nur wenig erforscht. Die Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan sagte anlässlich der feierlichen Einweihung des neuen Lungenforschungszentrums CPC in München: „Es war dringend an der Zeit, vorhandenes Wissen und Kompetenzen zu bündeln. Das neue Lungenforschungszentrum CPC ist ein Kristallisationspunkt für die Lungenforschung von morgen. Es soll zugleich Zentrum für Information und Wissen über Lungenerkrankungen werden.“

 

Schavan und der bayerische  Wissenschaftsminister Heubisch besichtigen ein Labor des CPC

Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, betonte in seinem Grußwort: „Das neue Lungenforschungszentrum ist ein großer Gewinn für den Wissenschaftsstandort Bayern. Für die hohe wissenschaftliche Qualität und Kompetenz des Zentrums bürgen vier starke Partner der bayerischen Gesundheitsforschung. Sie alle werden die experimentelle und klinische Forschung auf dem Gebiet der Lungenforschung in einem Gebäude zusammenführen und künftig gemeinsam weiterentwickeln.“ Minister Heubisch ist zugleich Kuratoriumsmitglied der im Februar gegründeten Stiftung AtemWeg zur Erforschung von Lungenkrankheiten, die ihren Sitz im CPC hat.

„Mit dem CPC können wir viel besser untersuchen, wie das Zusammenwirken von genetischen Risikofaktoren und Umwelteinflüssen zum Entstehen von Lungenerkrankungen führt. Nur mit diesem besseren Verständnis wird es gelingen, maßgeschneiderte Therapien und personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln.“, so Prof. Dr. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. Die Arzneimittelentwicklung in der Lungenforschung ist heute gekennzeichnet durch besonders lange Entwicklungszeiten und hohe Ausfallquoten.

Prof. Dr. Oliver Eickelberg ist experimenteller Chairman des CPC und hat seit 2008 den Aufbau des CPC geleitet. Er ist zudem Lehrstuhlinhaber für „Experimentelle Pneumologie“ am Klinikum der LMU München und Direktor des Instituts für Lungenbiologie am Helmholtz Zentrum München: „Gemeinsam mit den Partnern im CPC können wir unsere Forschungsergebnisse direkt in medizinischen Nutzen überführen. Der tägliche Kontakt mit den Patienten ist für uns eine wichtige Motivation, dabei keine Zeit zu verlieren.“

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist einer der vier Partner des CPC, Präsident Prof. Dr. Bernd Huber hebt hervor: „Auf dem HighTechCampus der LMU in Großhadern/Martinsried ist das CPC eingebunden in moderne wissenschaftliche und klinische Infrastrukturen, die eine vernetzte und weltweit renommierte Spitzenforschung in den medizinisch-naturwissenschaftlichen Fächern ermöglichen und fördern. Besonderen Wert legen wir im CPC darauf, den Transfer der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis zu ermöglichen und so den Fortschritt in der praktischen Medizin zu unterstützen.“

Das Klinikum der Universität München, weiterer Partner im CPC, verfügt über große medizinische Expertise in Diagnostik und Therapie von Lungen- und Bronchialerkrankungen. Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor des Klinikums sagte: „Mit unserer leistungsfähigen Radiologie und dem Neubau des OP-Zentrums am Campus Großhadern können wir eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau gewährleisten und Strukturen für exzellente Forschung und Lehre zur Verfügung stellen. Diese Kompetenzen werden wir als Kooperationspartner in das CPC einbringen, um gemeinsam wichtige Fortschritte in der Lungenforschung zu erzielen.“

Der Forschungskomplex am Max-Lebsche-Platz vereint auf einer Gesamtfläche von fast  2000 Quadratmetern Arbeitsgruppen der beiden Lehrstühle für experimentelle und klinische Pneumologie der LMU sowie fünf vom Helmholtz Zentrum München finanzierte Arbeitsgruppen, die verschiedenste Aspekte chronischer Lungenerkrankungen erforschen. Die Forschungsambulanz bietet die notwendige Infrastruktur für die optimale Behandlung von Patienten, aber auch für die Probenahme im Rahmen klinischer Studien. Die unter einem Dach vereinigte Expertise sowie der direkte Kontakt zu den Patienten ist in dieser Konstellation neu. Als weiterer klinischer Forschungsstandort des CPC sorgen die Asklepios Fachkliniken München-Gauting für die unmittelbare Übertragung und Prüfung der Forschungsergebnisse. Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken, betont: „Eine so enge Zusammenarbeit zwischen Patientenversorgung und Forschung ist einmalig in der deutschen Lungenforschung. Wir freuen uns, als Partner des CPC die Erkenntnisse direkt in die Anwendung bringen zu können.“

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Comprehensive Pneumology Center