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Deutsche Hochschulmedizin

Das Klinikum der LMU beteiligt sich an der Aktionswoche der Deutschen Hochschulmedizin unter dem Motto „Wir leisten mehr: Die Deutsche Hochschulmedizin“. Vom 10.-14 November 2014 wird bundesweit auf die Sonderrolle der universitären Medizin in Deutschland aufmerksam gemacht. Zahlen und Fakten zum Thema finden Sie hier zusammengestellt:

Leistungsbereiche der Hochschulmedizin

Leistungsbereiche der Universitätsklinika Leistungsbereiche der Universitätsklinika

Die Deutsche Hochschulmedizin steht national wie international für herausragende Leistungen. Die Kliniken und Fakultäten erfüllen in Krankenversorgung, Lehre und Forschung höchste Anforderungen.

Mehr als 180.000 ärztliche und nicht-ärztliche Mitarbeiter in Wissenschaft und Patientenversorgung gewährleisten Spitzenmedizin in Deutschland. Zahlreiche Teams mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland forschen an den Universitätsklinika und in den Medizinischen Fakultäten an Innovationen mit weltweiter Bedeutung.

Aus- und Weiterbildung von Ärzten

Studierende der Human- und Zahnmedizin, Quelle: Medizinischer Fakultätentag Studierende der Human- und Zahnmedizin, Quelle: Medizinischer Fakultätentag

Auf über 97.000 ist die Zahl der Studierenden der Human- und Zahnmedizin gestiegen. Die Universitätsklinika und die Medizinischen Fakultäten und Fachbereiche sichern mit ihren rund 3.400 Professorinnen und Professoren sowie 43.200 wissenschaftlich-ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses.

Jahr für Jahr sorgen wir für 10.000 gut ausgebildete neue Ärztinnen und Ärzte. Fast alle Studienanfänger (92 Prozent) der Humanmedizin beenden ihr Studium mit Erfolg. Das ist der höchste Wert aller Studienfächer. Im Vergleich der OECD-Länder liegt Deutschland bei der Anzhal der Medizinabsolventen pro 100.000 Einwohner an der Spitze.

Notfallversorgung

Überproportionale Zuwächse in der Notfallversorgung an Uniklinika Überproportionale Zuwächse in der Notfallversorgung an Uniklinika

Wir halten an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag alle erforderlichen Leistungen für Notfälle sämtlicher Art bereit. Die klassichen chirurgischen oder internistischen Notfälle versorgen wir ebenso wie psychiatrische Notfälle, etwa in Trauma-Ambulanzen für Not- oder Gewaltopfer.

Bei allen denkbaren Katastrophen wie Hochwasser, Flächenbränden oder Unfällen in Kernkraftwerken sind wir wichtiger Teil der Katastrophenschutzpläne. Während sich immer mehr Krankenhäuser in den Nachtstunden und an den Wochenenden von der Notfallversorgung abmelden, sind Universitätsklinika für Rettungsdienste und Notärzte immer zur Stelle.

Extremkostenfälle

Behandlung von Extremfällen Behandlung von Extremfällen

Universitätsklinika sind Krankenhäuser der höchsten Versorgungsstufe. Sie versorgen signifikant mehr Extremkostenfälle als andere Krankenhäuser. Ihre medizinische Exzellenz und technologische Aussatttung bieten optimale Voraussetzungen für die Behandlung schwer und mehrfach erkrankter Menschen. Die meisten dieser Patienten bleiben häufig sehr lange in den hochschulmedizinischen Einrichtungen.

Mehrfacherkrankungen, Komplikationen bei der Behandlung der Patienten oder schwerste chronische Erkrankungen stellen höchste Anforderungen an Diagnose, Therapie und Infrastruktur der Universitätsklinika. Dies verursacht extrem hohe Kosten, die von den Krankenkassen nicht immer ausreichend vergütet werden.

Hochschulambulanzen

Weshalb Ärzte ihre Patienten an Hochschulambulanzen überweisen Weshalb Ärzte ihre Patienten an Hochschulambulanzen überweisen

Die Hochschulambulanzen an den Uniklinika sichern maßgeblich die ambulante Versorgung in Deutschland. Das gilt vor allem für schwere, komplexe und seltene Krankheiten.

Ursprünglich auf Forschung und Lehre beschränkt, werden die Hochschulambulanzen immer wichtiger: Sie verfügen über die notwendigen Technologien, medizinische Kompetenz und Erfahrung sowie Spezialisten aus den unterschiedlichen Fachrichtungen.

Interdisziplinäre Zentren

Erfolgreiche Medizin lebt von der Kooperation unterschiedlicher Fachrichtungen und dem ständigten Austausch von Informationen und Innovationen. Bei komplexen Krankheitsbildern sind interdisziplinäre Behandlungen unverzichtbar.

Die Deutsche Hochschulmedizin bietet diese fächerübergreifenden Strukturen für Diagnose und Therapie. Damit schafft sie die Voraussetzung für eine höhere Behandlungsqualität und für bessere Behandlungsergebnisse.

Seltene Erkrankungen

Vier Millionen Menschen in Deutschland mit Seltenen Erkrankungen Vier Millionen Menschen in Deutschland mit Seltenen Erkrankungen

Vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer der 7.000 Seltenen Erkankungen. Die Universitätsklinika verfügen über die erforderliche interdisziplinäre Spezialdiagnostik, um diese Krankheiten überhaupt zu erkennen. Ihre Spezialisten kooperieren in weltweit medizinischen Netzwerken.

Aktuell entstehen in deutschen Uniklinika immer mehr Zentren für einzelne dieser Seltenen Erkrankungen. Sie bringen die Erforschung dieser Krankheiten voran und beraten die behandelnden Ärzte bei der täglichen Versorgung ihrer Patienten. Diese Zentren bieten in der Regel ebenfalls die ergänzende physiotherapeutische der psychosoziale Betreuung der Patienten.

Aufgabenverbund von Krankenversorgung, Forschung und Lehre

*Entsprechend Kostendaten / Quelle: Statistisches Bundesamt 2011; VUD *Entsprechend Kostendaten / Quelle: Statistisches Bundesamt 2011; VUD

Ob Tele-Kardiologie, Hirnstimulation bei Parkinson oder neue wirksame Krebsmedikamente: Medizinischer Fortschritt ist ohne die Hochschulmedizin nicht vorstellbar. Hier werden neue Behandlungsmethoden, Diagnostika und Medikamente erforscht, klinisch erprobt und erstmals angewandt. Auch die Forschung zu neuen Technologien und Versorgungskonzepten ist ohne Hochschulmedizin im notwendigen Umfang und mit belastbaren Aussagen zu Wirksamkeit und Sicherheit nicht möglich.

Das erfolgreiche Einwerben von Drittmitteln aus nationalen und internationalen Unternehmen und Konzernen sowie aus steuerfinanzierten Forschungsprojekten ist ein Nachweis für die Forschungsstärke der deutschen Hochschulmedizin.

Kosten-Erlös-Defizit der Universitätsklinika

Kosten-Erlös-Defizit der Universitätsklinika Kosten-Erlös-Defizit der Universitätsklinika

Die Deutsche Hochschulmedizin gewährleistet erfolgreich die Aus- und Weiterbildung der Ärzte, eine internationale Spitzenmedizin in der Krankenversorgung, die Notfallversorgung rund um die Uhr, Forschung und Innovation, hochwertige Arbeitsplätze sowie die Behandlung von Extremkostenfällen. Diese hoch spezialisierten Leistungen werden von jedem Universitätsklinikum jederzeit in der gesamten Breite angeboten.

Wir leisten mehr. Werden aber behandelt wie alle anderen Krankenhäuser. Die entstandenen Defizite sind dramatisch: 2013 waren es insgesamt 161 Millionen Euro.

Investitionsstau

Investitionsstau immer größer / Quelle: VUD Trendumfrage 2011 Investitionsstau immer größer / Quelle: VUD Trendumfrage 2011

Die Ausgaben der Hochschulmedizin steigen seit Jahren deutlich stärker als die Einnahmen: Die von den Krankenkassen gezahlten Entgelte decken die Kosten nicht und die Investitionszuschüsse der Länder liegen weit unter Bedarf. Trotzdem bewältigen Ärzte und Pflegekräfte täglich extreme medizinische Herausforderungen.

Der gute Ruf als hochwertiger und attraktiver hochschulmedizinischer Standort mit exzellenter Forschung, Lehre und Krankenversorgung ist für die Deutsche Hochschulmedizin auf Dauer so nicht zu halten. Das ist ein schlechtes Signal im internationalen Wettbewerb der Forschungsstandorte. Es besteht akuter Handlungsbedarf.

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Für das Jahr 2014 erwarten 61 Prozent der Uniklinika (19 Häuser) ein Defizit. Nur noch fünf Häuser rechnen mit einem positiven Jahresergebnis.

Die drei Hauptursachen der Finanzierungskrise lauten:

  1. Steigende Kosten für Personal, Medikamente und Energie
  2. Rückläufige Investitionszuschüsse der meisten Länder
  3. Unzureichende Kompensation für die Mehrleistung der Uniklinika

Die Universitätsmedizin ist Garant für erstklassige Medizinerausbildung, internationale Spitzenforschung und die Versorgung komplexer Erkrankungen. Die Hochschulambulanzen stellen vielerorts die ambulante Krankenversorgung sicher, obwohl sie gesetzlich nur zur Behandlung von Patienten im Rahmen von Forschung und Lehre verantwortlich sind. Hinzu kommen die ärztliche Weiterbildung, 24/7-Notfallversorgung und die Behandlung von Patienten mit seltenen Erkrankungen.

Die Besucher der Kliniken des LMU-Klinikums werden vor Ort über Plakate auf die Aktionswoche aufmerksam gemacht. Am Campus Großhadern gibt es zudem am Infopoint Broschüren sowie Informationskarten über die VUD-Woche.


 

Mehr unter www.uniklinika.de


Bilder & Grafiken:

Deutsche Hochschulmedizin e.V. · Alt Moabit 96 · 10559 Berlin