Pioniere der Universitätsmedizin

Am 25. Oktober feiert diese Medizinische Klinik, Keimzelle der LMU-Medizin, 200-jähriges Jubiläum. An diesem Haus haben über die Jahre immer wieder herausragende Leiter und Spezialisten gewirkt. Lernen Sie hier einige historische Persönlichkeiten kennen. Ihre Leistungen in Forschung, Lehre und Patientenversorgung werden noch heute in Form von Straßennamen, medizinischen Auszeichnungen und Publikationen gewürdigt.

Johann Nepomuk von Ringseis

Johann Nepomuk von Ringseis (1785-1880)

Arzt und Professor

Der Oberpfälzer kam 1817 ans Allgemeine Krankenhaus nach München und wurde Vertrauter und Leibarzt des Kronprinzen Ludwig von Bayern. Durch seinen Einfluss auf den König wurde die Universität von Landshut nach München verlegt. Ringseis wurde Leiter des gesamten staatlichen Gesundheitswesens in Bayern.

Joseph von Lindwurm

Joseph von Lindwurm (1824-1879)

Ärztlicher Direktor II. Med. Klinik 1869-1874

Arzt und ordentlicher Professor für Dermatologie (Hautkrankheiten) und Syphilidologie (Geschlechtskrankheiten) und Innere Medizin. Durch König Maximilian II. erhielt er den ersten Lehrstuhl für Dermatologie in Deutschland.

Hugo Wilhelm von Ziemssen

Hugo Wilhelm von Ziemssen (1829-1902)

Ärztlicher Direktor II. Med. Klinik 1874-1885, I. Med. Klinik 1885-1902

Sohn eines schwedischen Hofgerichtsrates. Internist, Hochschullehrer, Königlicher Geheimer Rat. Mit ihm verbinden sich substantieller Ausbau und umfassende Modernisierung der Kliniken. 1878 ließ er das Medizinisch-Klinische Institut errichten, das erste in Deutschland. Seine Forschung führte u. a. 1898 zur Gründung des Instituts für physikalische Therapie und Röntgenologie.

Friedrich von Müller

Friedrich von Müller (1858-1941)

Ärztlícher Direktor II. Med. Klinik 1902-1934

Sproß einer traditionsreichen Augsburger Ärztefamilie. Er gehörte zu den bekanntesten Internisten seiner Zeit und trug maßgeblich zum weltweiten Ansehen der deutschen Medizin bei. 1905 prägte er den Begriff Nephrose und regte so zur Neuordnung von Nierenerkrankungen an. Das von ihm zusammen mit Otto Seifert verfasste „Taschen- buch der medizinisch-klinischen Diagnostik“ ist vielen Ärzten ein Ratgeber, 2000 erschien es in der 73. Auflage.

Hans Fischer

Hans Fischer (1881-1945)

II. Medizinische Klinik 1908-1915

Arzt und Chemiker, Schüler von Friedrich von Müller, Habilitation an der Medizinischen Klinik 1912. Chemie-Nobelpreis 1930 für seine Arbeiten „über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“

Ernst von Romberg

Ernst von Romberg (1865-1933)

Ärztlicher Direktor II. Med. Klinik 1912-1933

Arzt und außerordentlicher Professor für Innere Medizin, Geheimer Medizinalrat. Er wurde durch die Bekämpfung der TBC bekannt und war führend in der Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gustav von Bergmann

Gustav von Bergmann (1878-1955)

Ärztlicher Direktor II. Med. Klinik 1946-1953

Professor für Innere Medizin. Mit seiner sogenannten Funktionellen Pathologie schuf er die Grundlagen der Psychosomatik. Die nach ihm benannte Gustav-von-Bergmann-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

 


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