20.11.2012 12:00

Dengue-Fieber auf Madeira

Tropenmediziner raten zu Vorsichtsmaßnahmen

Die Abteilung für Infektions- und Tropenkrankheiten am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München weist darauf hin, dass auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira ein Ausbruch des Dengue-Fiebers auftritt. „Diese in den Tropen weit verbreitete Viruserkrankung wird durch Stechmücken übertragen und manifestiert sich mit hohem Fieber sowie meist ausgeprägten Muskel- und Gelenkschmerzen“, sagt Prof. Dr. Thomas Löscher, Leiter der LMU-Abteilung und zugleich Vorstand der DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.). Mögliche Komplikationen sind Blutungen und Kreislaufversagen bis zum Schock.

Die Gesundheitsbehörden von Madeira haben seit Anfang Oktober mehr als 1.300 Krankheitsfälle gemeldet (Stand 15.11.), von denen bisher mehr als die Hälfte bestätigt werden konnte. Auch in Deutschland wurden wie in anderen EU-Ländern bereits mehrere Fälle bei Reiserückkehrern diagnostiziert. „Ich empfehle bei Aufenthalten auf Madeira konsequente Schutzmaßnahmen vor den Stichen der tag- und dämmerungsaktiven Mücken, wie etwa das Tragen von Haut bedeckender Kleidung, Anwendung von Mücken abwehrenden Mitteln auf der Haut sowie Schlafen unter Moskitonetzen“, hebt Prof. Löscher hervor. Die Schutzwirkung kann durch Imprägnieren von Kleidung und Moskitonetzen mit Insektiziden noch erhöht werden.

Reisende, die nach ihrer Rückkehr von Madeira fieberhaft erkranken, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Medikamente wie ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin) sollten vermieden werden, da diese das Blutungsrisiko beim Vorliegen eines Dengue-Fiebers erhöhen können.

 

Kontakt:

Prof. Dr. med. Thomas Löscher

Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin

Klinikum der Universität München

Telefon: 089 2180-3517

Fax: 089 336112

E-mail: Loescher@lrz.uni-muenchen.de

 


Weblink: www.fit for trafel.de: Madeira | Abt. Infektions- und Tropenmedizin

PDF-Download: PM 43 / 2012

 

 

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