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20.06.2012 12:00

Patienten profitieren von der Struktur des medizinischen Exzellenzclusters SyNergy

Ärzte und Forscher des Münchner Klinikums der LMU gehen neue Wege bei der Erforschung von Schlaganfall, Alzheimer und Multipler Sklerose und setzen die Ergebnisse rasch in neue Therapien um

Der Ansatz ist neu – und hat die Geldgeber in Bund und Ländern im Rahmen der sogenannten Exzellenz-Initiative überzeugt: Unter anderem Wissenschaftler des Klinikums der Universität München erhalten in den kommenden fünf Jahren bis zu 40 Millionen Euro für das Exzellenz-Cluster „SyNergy – Munich Cluster for Systems Neurology“. “Wir haben dabei ein innovatives Konzept für die Erforschung der wichtigsten neurologischen Erkrankungen entwickelt“, sagt Prof. Martin Dichgans, Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung am Klinikum.

Es geht um den Schlaganfall; es geht um neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimersche Demenz oder Parkinson; es geht um die Multiple Sklerose (MS) und etliche andere Leiden des Nervensystems. „Betroffen sind allein in Deutschland Millionen Patienten, für die wir uns wichtige Erkenntnisse für neue Therapien erhoffen“, erklärt Prof. Rein-hard Hohlfeld, Leiter des Instituts für Klinische Neuroimmunologie in Großhadern. Dichgans, Hohlfeld und Prof. Martin Kerschensteiner haben von Klinikumsseite SyNergy entscheidend mitgestaltet. Sprecher des Clusters sind Prof. Christian Haass, Leiter des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen der LMU München sowie Prof. Thomas Misgeld von der TU München. Beteiligt sind zudem die Max-Planck-Institute für Psychiatrie, Biochemie und Neurobiologie sowie das Helmholtz-Zentrum.

Für das Konzept haben die Forscher den Begriff „System-Neurologie“ geprägt. Sie vereint drei Forschungsfelder, die, jedes für sich, bereits stark am Klinikum vertreten sind. Die Kollegen um Prof. Dichgans zum Beispiel widmen sich vor allem dem Schlaganfall, bei dem meist durch ein verengtes Blutgefäß Gewebe im Gehirn stirbt. Es handelt sich demnach aus klassischer Sicht um eine Durchblutungsstörung. Die Teams der Professoren Hohlfeld und Kerschensteiner untersuchen mit experimentellen und klinischen Ansätzen Entstehung und Verlauf der Multiplen Sklerose, einer häufigen entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. Die Arbeitsgruppe von Prof. Haass wiederum versucht zu verstehen, warum sich bei Demenzerkrankungen wie der Alzheimer Demenz Proteine wie Müll in und um Nervenzellen ablagern bis diese letztlich untergehen.

Zudem haben anscheinend alle neurodegenerative Erkrankungen eine entzündliche Komponente. Auch die MS zeigt in späteren Stadien  ausgeprägte Neurodegeneration, „die wahrscheinlich entscheidend beeinflusst, wie stark sich die Behinderung der betroffenen Patienten ausprägt“, sagt Kerschensteiner. Und auch beim Schlaganfall spielen entzündliche wie neurodegenerative Prozesse eine Rolle. So wandern etwa Entzündungszellen in das betroffene Hirnareal ein. „Wir erkennen mehr und mehr gemeinsame  Mechanismen all dieser verschiedenen neurologischen Erkrankungen“, resümiert Prof. Haass.

Wo Übereinstimmungen liegen und wo nicht, wollen die 25 leitenden Wissenschaftler („principal investigators“) des Clusters, die assoziierten Mitglieder und ihre Teams in bislang 40 Projekten nun herausfinden. Das Neue: Alle Projekte sind als sogenannte vertikale und horizontale Tandems organisiert. Horizontale Tandems werden gebildet von Forschern an den jeweiligen Schnittstellen der Krankheitsmechanismen – beispielsweise kooperieren ein MS- und ein Alzheimer-Forscher. Jeweils mindestens ein Grundlagenforscher und ein klinischer, also nahe am Patienten arbeitender Wissenschaftler formieren die vertikalen Tandems. „Mit dieser Strategie wollen wir Ergebnisse aus der Grundlagenforschung rasch in neue Therapien umsetzen“, sagt Prof. Dichgans.

 

Kontakt:

 

Prof. Dr. Christian Haass

DZNE - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, München; c/o Adolf Butenandt-Institut, Ludwig-Maximilians Universität München

Telefon: +49 (0) 89/2180-75472

E-Mail: christian.haass@dzne.de / chaass@med.uni-muenchen.de

 

Prof. Dr. Martin Dichgans

Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung

Telefon +49 (0)89/7095-7801

E-Mail: martin.dichgans@med.uni-muenchen.de

 

Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld

Institut für Klinische Neuroimmunologie

Telefon: +49 (0)89/7095-4781

E-Mail: reinhard.hohlfeld@med.uni-muenchen.de

 

Prof. Dr. Martin Kerschensteiner

Institut für Klinische Neuroimmunologie

Telefon +49 (0)89/2180-78282

E-Mail: martin.kerschensteiner@med.uni-muenchen.de

 

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