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03.02.2012 10:00

„Die medizinische Versorgung von Neugeborenen in Bayern ist im bundesweiten Vergleich führend“

Kosten von Screening-Verfahren werden den Krankenhäusern aber nur zum Teil erstattet, bemängeln Mediziner der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Expertengespräch mit Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml im Klinikum der Universität München

Bayerns Kliniken bieten eine hochwertige medizinische Versorgung von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen. Die Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) am Campus Innenstadt in der Maistraße und am Campus Großhadern liegen mit über 4.300 Kindern im vergangenen Jahr an der Spitze der deutschen Geburtskliniken. Besonders stolz ist Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml auf das umfangreiche Screening-Programm, das in Bayern schon seit Jahren angeboten wird. Vorreiter sei man etwa beim Neugeborenen-Screening gewesen. „Dem Neugeborenen-Screening auf Stoffwechselerkrankungen verdanken in Bayern 1.100 Kinder die rechtzeitige Therapie ihrer Stoffwechselstörung in den vergangenen zehn Jahren des Stoffwechselschreenings“, betonte Huml bei ihrem Besuch im Klinikum der Universität München am gestrigen Donnerstag. Auch Hörscreening, Stillförderung und Unterstützung bei Schreibabys nannte die Staatssekretärin als positive Beispiele für die umfassende und vorbildliche Gesundheitsfürsorge in Bayern. „Gerade das Thema Stillen muss noch stärker in den Vordergrund gerückt werden, weil es viele positive gesundheitliche und emotionale Effekte hat“, sagte Huml.

 Professor Dr. Klaus Friese, Direktor der Kliniken für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität München und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, wies darauf hin, dass es am Uniklinikum der LMU eigene Stillschwestern gäbe, die jungen Müttern mit Rat und Tat nach der Geburt zur Seite stünden. „Und auch die Väter unterstützen das Stillen heute sehr“, ergänzte Friese. Diese Zusatzangebote haben jedoch auch ihre Schattenseiten, vor allem für die Kliniken. „Das Hörscreening, das pro Kind etwa zehn Minuten dauert, wird von den Krankenkassen nicht erstattet“, erläuterte Prof. Orsolya Genzel-Boroviczeny, Leiterin der Neugeborenen-Intensivstation in der Maistraße. „Das macht bei der Vielzahl an Kindern im Jahr eine halbe Stelle aus, die wir nicht finanziert bekommen.“

 


PDF: PM 05/2012

Foto: Klinikum der Universität München / S. Beißner

 

 

 

Staatssekretärin Melanie Huml besucht LMU-Klinikum