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03.11.2011 12:00

Oppenheim-Förderpreis für LMU-Wissenschaftler

Neurologe Dr. Markus Krumbholz erforscht entzündliche Prozesse bei Multipler Sklerose

Die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) hat in den letzten Jahren durch die Einführung neuer wirksamer Schubbehandlungen, symptomatischer Therapien und der immunmodulierenden Langzeittherapien große Fortschritte gemacht. Mit Spritzen, Infusionen und erstmals einer oralen Therapie stehen den Patienten verschiedene hochwirksame Behandlungsalternativen und Applikationsformen zur Verfügung. Trotzdem ist MS weiterhin unheilbar.

Novartis Pharma unterstützt deshalb mit dem Oppenheim-Förderpreis innovative Forschungsansätze bei MS. Den ersten Preis, dotiert mit 50.000 Euro, erhielt Dr. Markus Krumbholz vom Institut für Klinische Neuroimmunologie (Direktor: Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld) der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) für sein Forschungsprojekt „Funktionelle Bedeutung und Regulation des BAFF-/APRIL-Systems im ZNS bei der Multiplen Sklerose“.

Bei MS kommt es zu Entzündungsreaktionen in Gehirn und Rückenmark. Hierbei attackiert das Immunsystem nicht eingedrungene Krankheitserreger, sondern fälschlicherweise u.a. die wichtige Isolationsschicht der Nervenzellverbindungen. Dadurch kommt es bei der häufigsten Variante der MS zu Erkrankungsbeginn zum wiederholten schubartigen Auftreten verschiedener neurologischer Beschwerden, wie beispielsweise Lähmungen, Tastsinnstörungen oder Schleiersehen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Edgar Meinl beschäftigt sich Dr. Krumbholz schon seit längerem mit der Wirkung des Entzündungs-Botenstoffes BAFF (Abkürzung für: B cell Activating Factor of the TNF Family); dieser fördert das Überleben und die Entwicklung bestimmter Immunzellen, der sogenannten B-Zellen. B-Zellen sind am Entstehen von MS beteiligt. Bekannt war, dass BAFF bei anderen Autoimmunerkrankungen eine wichtige Rolle spielt; dies legte nahe, dass BAFF auch an der Entstehung von MS beteiligt ist.

Dr. Krumbholz fand nun heraus, dass BAFF nicht nur in Organen des Immunsystems vorkommt, sondern besonders stark auch in den Entzündungsherden bei MS im Gehirn selber gebildet wird. Gegenstand der aktuellen Untersuchungen ist die Frage, welche Bedeutung das hat und wie diese BAFF-Produktion eventuell therapeutisch beeinflusst werden kann. APRIL (Abkürzung für: A Prolife-ration-Inducing Ligand) ist übrigens ein eng verwandter Botenstoff und deshalb Teil der Forschungsarbeiten.

Die Jury hob darüber hinaus die kontinuierlich hohe wissenschaftliche Qualität und die besondere Originalität der Arbeiten von Dr. Krumbholz hervor. Der Preis ist nach Hermann Oppenheim (1858-1919), einem der Gründerväter der modernen naturwissenschaftlich-basierten Neurologie, benannt.

 


Kontakt:

Dr. Markus Krumbholz

Institut für Klinische Neuroimmunologie

Klinikum der Universität München

Marchioninistr. 15

81377 München

Telefon: 089/ 85 78-35 86 oder 089/70 95-44 35

Email: markus.krumbholz@med.uni-muenchen.de

 


PDF: PM 39 / 2011