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30.09.2011 09:45

Zellforscher mit einem klaren Zukunftskonzept

Professor Dr. Reinhard Henschler (Jahrgang 1959) übernimmt ab dem 1.10.2011 die Professur für Transfusionsmedizin und Zelltherapeutika und damit die Leitung der eigenständigen Abteilung am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität. Zeitgleich wird diese Abteilung laut einem Beschluss des Aufsichtsrates in Abteilung für Transfusionsmedizin, Zelltherapeutika und Hämostaseologie (die Lehre von der Blutgerinnung) umbenannt. Vorgänger Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Schramm ist in den Ruhestand gegangen.

Der gebürtige Würzburger Henschler studierte Humanmedizin in Würzburg und in Mainz, wo er im Fach Molekulare  Pharmakologie promovierte. Wichtige Stationen waren ein Postdoktoranden-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Auslandsaufenthalt am CRC Paterson Institute for Cancer Research in Manchester/UK. Henschler kommt von der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Er war seit 1999 Leiter der Abteilung Produktion am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie am DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen. Weiterhin führte er die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Stammzellbiologie und seit 2009 die Stabsstelle Forschung und Entwicklung; diese koordiniert die Aktivitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen. 2005 habilitierte er sich in experimenteller Medizin. Seine Forschungstätigkeiten umfassen die Techniken der Knochenmark-Langzeitkultur, die Regulation der Migration von Stammzellen, die Transplantation von Blutstammzellen und somatische Zell- und Gentherapie.

Der Zellforscher über seine neue Aufgabe in München: „Wesentliche Ziele der Abteilung sind die jederzeit optimale Versorgung des Klinikums mit Blut- und Zellpräparaten und mit Diagnostik im Bereich der Immunhämatologie und der Transplantationsimmunologie sowie die klinische Versorgung von Patienten mit hämostaseologischen Krankheitsbildern. Für letztere stehen in der Medizinischen Klinik Innenstadt eine eigene Patientenambulanz und Labors für überregional nachgefragte Spezialuntersuchungen zur Verfügung. Die Abteilung kann auf wichtige Vorleistungen der Mitarbeiter in den letzten Jahren aufbauen, nämlich den Aufbau einer inzwischen fast autarken Versorgung des Klinikums mit selbst hergestellten Thrombozytenkonzentraten und der Herstellung sämtlicher im Klinikum angewendeten Präparate für Stammzelltransplantationen für Patienten mit hämatologischen Erkrankungen.“

Als ein Hauptziel fokussiert Prof. Henschler, im Rahmen des Interdisziplinären Zentrums für Zelltherapie am Klinikum der Universität München (IZZTKUM) in enger Zusammenarbeit mit anwendenden Kliniken, weitere Zelltherapeutika – z. B. als Prüfpräparate für klinische Studien – zu entwickeln und entsprechend den behördlichen Vorgaben einsatzfertig zu machen. „Besonders im Bereich der so genannten Regenerativen Medizin, der Gentherapie und der Modulation des Immunsystems steigt der Bedarf stetig“, so Henschler. „Dabei sind zahlreiche regulatorische Anforderungen zu bewältigen, die im Fach Transfusionsmedizin für Blutpräparate schon seit langem gelten und wo weitreichende Erfahrung vorliegt.“

Die Abteilung hat außerdem in den letzten zwei Jahren in tragenden Rollen die Bayerische Gewebebank GmbH mit aufgebaut. Dieses Engagement soll fortgesetzt werden und damit Synergien für eine optimale Versorgung des Klinikums mit Gewebepräparationen für Transplantationen genutzt werden. Im Bereich der Zelltherapeutika soll Henschlers Arbeitsgruppe für die Entwicklung von Zellpräparaten eigene Entwicklungsprojek-te aufbauen, an bestehende Projektverbünde angegliedert werden, und in das Interdisziplinäre Zentrum IZZTKUM und weiterer Zentren vor allem im Transplantationsbereich eingebunden werden. Prof. Henschler: „So soll die Leistungsfähigkeit des Klinikums im Rahmen einer international kompetitiven Versorgung mit Zellpräparaten, mit Diagnostik im Bereich der Transplantationsmedizin und mit hämostaseologischen Patientenleistungen unter Einschluss der Weiterentwicklung der Gebiete auch im Bereich der universitären Lehre nachhaltig gestärkt werden.“

 

Kontakt:

Abteilung für Transfusionsmedizin

Zelltherapeutika und Hämostaseologie

Prof. Dr. Reinhard Henschler

Telefon: 089/70 95-37 00 Campus Großhadern

Telefon:. 089/51 60-22 86 Campus Innenstadt

Email: reinhard.henschler@med.uni-muenchen.de

 


PDF: Pressemitteilung 33/2011

 

 

Professor Dr. Reinhard Henschler