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26.09.2011 17:00

Neubau eines Zentrums zur Erforschung von Schlaganfall, Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen

Grundsteinlegung am Campus Großhadern

Schlaganfälle und neurodegenerative Erkrankungen zählen weltweit zu den zehn häufigsten Erkrankungen und zu den drängendsten gesundheitlichen Herausforderungen in alternden Gesellschaften. Weltweit erleiden jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Davon sterben ca. 5 Millionen als direkte Folge des Schlaganfalls, weitere 5 Millionen bleiben dauerhaft behindert. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl der Schlaganfälle in Europa von 1,1 Millionen in 2000 auf etwa 1,5 Millionen in 2025 ansteigen wird. Die Anzahl dementer Patienten wird Hochrechnungen zufolge von weltweit etwa 25 Millionen in 2005 auf mehr als 80 Millionen in 2040 ansteigen. Ein neues Zentrum in München soll nun im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks dazu beitragen, Erkenntnisse zur Prävention und Therapie zu erarbeiten.

Der Freistaat Bayern hat deshalb beschlossen, ein Forschungszentrum in München zu errichten, das sich diesen Herausforderungen stellt. In das neue Gebäude werden das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) einziehen. Baubeginn ist Sommer 2011, die Fertigstellung ist für 2014 geplant. Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 26. September 2011 sagte der Bayerische Staatsminister für Forschung, Wissenschaft und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch: „In dem neuen Forschungszentrum können Wissenschaftler aus beiden Münchner Universitäten, Universitätsklinika und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ihr hervorragendes Potential nutzen und ein Netzwerk bilden, das europaweit einmalig ist. Wir legen heute einen besonderen Grundstein – einen lebenswichtigen Grundstein.“

Auf 8.500qm arbeiten Ärzte, klinische Wissenschaftler und Grundlagenwissenschaftler unter einem Dach und in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft zusammen. Ziel des Zentrums ist es, Ursachen und Risikofaktoren von neurodegenerativen und zerebrovaskulären Erkrankungen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Für den Ärztlichen Direktor des LMU-Uniklinikums, Prof. Dr. Burkhard Göke, ist dies „ein weiterer gut sichtbarer Meilenstein, wie am Campus Großhadern Forschung und Medizin eng verzahnt werden, damit Patienten rasch vom medizinischen Fortschritt profitieren können.“

Das Gebäude wird unter anderem eine Ambulanz, eine Vielzahl von Laboren und Technologie-Plattformen (z.B. Mikro MRT/SPECT), eine Tierhaltung (Maus und Zebrafisch), einen Hörsaal und Seminarräume enthalten. „Auch in München wird damit der bauliche Grundstein für die exzellenten Wissenschaftler des DZNE und seine Partner gelegt“, freut sich Prof. Pierluigi Nicotera, wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DZNE.

 

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) | Standort München

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) wur-de 2009 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als eine Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft mit einer neuen Struktur gegründet: Es besteht aus neun Standorten in ganz Deutschland, an denen Wissenschaftler in enger Kooperation mit Universitäten, Universitätskliniken und weiteren Partnern die Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen erforschen und neue Behandlungsansätze sowie Pflege- und Versorgungsstrategien entwickeln. Eine zentrale Aufgabe ist dabei die Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.

Das DZNE in München wird unter der Leitung von Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Christian Haass in Zusammenarbeit mit den bestehenden Forschungsstrukturen beider Münchner Universitäten (Ludwig-Maximilians-Universität LMU, Technische Universität TUM) und mit ihren Universitätskliniken die Forschung in den Bereichen Neurobiologie, Neurodegneration und Demenzen weiter vorantreiben. Darüber hinaus kooperiert das DZNE in München mit dem Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt.

Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) | Klinikum der Universität München

Das ISD wurde 2009 als neu konzipiertes klinisches und medizinwissen-schaftliches Institut am Klinikum der Universität München eingerichtet und 2010 in Betrieb genommen.

Die Gründung des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) ist der Initiative von Zygmunt Solorz-Zak zu verdanken, einem polnischen Geschäftsmann und Philantropen. Mit dem ISD soll unter Leitung von Prof. Dr. Martin Dichgans, er ist außerdem Koordinator der klinischen Forschung am DZNE München, ein international sichtbares Zentrum für Schlaganfall- und Demenzforschung geschaffen werden in dem Ärzte, forschende Kliniker und Grundlagenwissenschaftler eng zusammenarbeiten. Es sollen die Möglichkeiten der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Schlaganfall- und Demenzerkrankungen verbessert werden.

Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung im Bereich von Schlaganfall- und Demenzerkrankungen voranzutreiben und zur Entwicklung neuer Behandlungsoptionen beizutragen. Das ISD ist als translational ausgerichtetes Institut konzipiert, das die traditionellen Barrieren zwischen Patientenversorgung und Grundlagenforschung überwindet. Durch die übergreifende und enge Zusammenarbeit soll der Transfer vielversprechender Behandlungsansätze in die kontrollierte klinische Anwendung (‚bench to bedside’) beschleunigt und eine Fokussierung der Forschung auf klinisch relevante Fragestellungen (‚bedside to bench’) erreicht werden.

 


Kontakt:

 

Prof. Dr. Christian Haass

DZNE - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, München

c/o Adolf Butenandt-Institut, Ludwig-Maximilians Universität München

Schillerstrasse 44

80336 München

Telefon: 089/2180 75472

Email: christian.haass@dzne.de / chaass@med.uni-muenchen.de

 

Prof. Dr. Martin Dichgans

Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung

Marchioninistr. 15

81377 München

Telefon: 089/7095-7801

Email: Martin.Dichgans@med.uni-muenchen.de

 


PDF: Pressemeldung vom 26.09.2011

 

 

Grundsteinlegung des CSD

Prof. Dr. Martin Dichgans

Prof. Dr. Christian Haass