27.04.2011 00:00

Präzise Hightech-Bilder gegen Darm-, Brust- und Lymphdrüsenkrebs - TK übernimmt Kosten

Modernste Hochleistungsgeräte wie Positronen-Emissions-/Computer-Tomographen (PET/CT) liefern präzise Bilder wie weit sich Darm-, Brust- oder Lymphdrüsenkrebs ausgebreitet haben. Dies ist die Grundlage für eine wirksame und auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie. Den Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) steht am Klinikum der Universität München (LMU) seit 1. April 2011 dieses ambulante Verfahren im Rahmen einer integrierten Versorgung zur Verfügung.

"Ein PET/CT kombiniert zwei bildgebende Verfahren, um einerseits das Tumorgewebe vom gesunden, umliegenden Gewebe zu unterscheiden, andererseits um zugleich die genaue Lage im Körper festzustellen", erläutert Prof. Dr. Peter Bartenstein, Direktor der LMU-Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum der Universität München. Das PET ermittelt Gewebe, das besonders stoffwechselaktiv ist, ein typisches Merkmal von Tumorgewebe. Das CT hingegen erstellt gleichsam eine dreidimensionale Karte des Körpers. Beide Verfahren zusammen ergeben ein exaktes Bild der Krebsgeschwulst und der befallenen Organe. Für den Patienten bedeutet dies zusätzlich zu einer höheren diagnostischen Genauigkeit eine deutliche Steigerung des Komforts, da zwei Untersuchungen in einem Durchgang gemacht werden können. "Die zeitliche Belastung fällt dadurch geringer aus", sagt Prof. Bartenstein. "Zugleich steigt aber die Qualität der Diagnose und der behandelnde Arzt kann damit eine individuell exakt abgestimmte Behandlung erarbeiten."

"In Bayern erkranken jährlich rund 20.000 Menschen an Darm-, Brust- und Lymphdrüsenkrebs. Wir wollen den betroffenen Versicherten medizinische Innovationen, die wissenschaftlich belegbar einen zusätzlichen Nutzen bringen, schnellstmöglich zur Verfügung stellen", so Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern. PET/CT-Untersuchungen können bisher nur Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs ambulant nutzen. Für alle anderen Diagnosen ist dieses Verfahren noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bredl: "Mit diesem innovativen Vertrag wollen wir Krebskranken die bestmögliche Diagnostik und Therapie ermöglichen."

Zum Hintergrund:

Die gesetzlichen Krankenkassen können auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bisher lediglich die PET-Untersuchung bei Lungenkrebs erstatten. Daher besteht eine diagnostische Lücke bei anderen Krebserkrankungen. Dieses Defizit wird durch den Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV) für drei weitere, sehr wichtige Tumorarten, den Brust-, Lymphdrüsen- und Darmkrebs, bis zu einer Entscheidung des G-BA ab sofort in München überbrückt. Daneben hat die TK auch Verträge für die Standorte Berlin, Köln und Hamburg geschlossen.


Kontakt:

Email: Peter.Bartenstein@med.uni-muenchen.de


Link zum PDF der Pressemeldung Gemeinsame Pressemeldung des Klinikums der Universität München und der Techniker Krankenkasse

 

Prof. Peter Bartenstein und Christian Bredl