16.03.2011 10:30

Sicher und geborgen zur Welt kommen

Der neue familiengerechte Entbindungsbereich im Perinatalzentrum des LMU-Universitätsklinikums München-Großhadern vereint fürsorgliche Betreuung mit hoch spezialisierter Medizin

Der neue Entbindungsbereich wirkt mit seiner hellen und freundlichen Gestaltung einladend und sympathisch. Ein Zeichen dafür, dass werdende Mütter hier nicht als Patientinnen, sondern vielmehr als Gäste mit besonderen Ansprüchen betrachtet werden. Falls jedoch erforderlich, stehen im Hintergrund bestens qualifizierte Mediziner und Pflegekräfte verschiedener Fachrichtungen sowie entsprechende Geräte und Einrichtungen zur Verfügung. Die Anbindung an die Neugeborenen-Intensivstation, die Frauenheilkunde, die Kinderkardiologie und weitere medizinische Spezialabteilungen gewährleisten ein besonderes Maß an Sicherheit. Ein eigener Parkplatz- und Eingangsbereich sorgt dafür, dass werdende Mütter und Väter sowie weitere Begleitpersonen direkten Zugang zum Entbindungsbereich haben.

Höchste Versorgungsstufe

Pränatalmedizin, Geburtshilfe und Neonatologie am Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, bilden ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1). „Wir betreuen normale Schwangerschaften und Geburten sowie sämtliche Komplikationen bei Mutter und Kind, die während rund um die Geburt auftreten können“, sagt Privat-Dozent Dr. Uwe Hasbargen, stellvertretender Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Großhadern. Das Kernteam des Perinatalzentrums besteht aus Hebammen, Pflegekräften, Kinderkrankenschwestern, Geburtshelfern und Neonatologen. „Gerade bei Müttern mit Vorerkrankungen oder bei Komplikationen rund um die Geburt bietet die interdisziplinäre Betreuung einen enormen Vorteil und trägt auch dazu bei, dass sich die Frauen und ihre Familien hier sicher fühlen“, sagt Klinikdirektor Prof. Klaus Friese.

Neonatologie

Ein besonderes Augenmerk gilt im Perinatalzentrum Großhadern den Frühgeborenen. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2010 wurden 159 vorerkrankte Frauen von Frühgeborenen entbunden, davon 75 Mütter vor der 35. Schwangerschaftswoche und 38 Mütter vor der 32. Schwangerschaftswoche. „Erst durch den ständigen und langfristigen Umgang mit vielen solchen Kindern, die zu früh zur Welt kommen und vielleicht gerade einmal ein Geburtsgewicht von 500 Gramm haben, können die Ärzte und Pflegekräfte die notwendige Erfahrung gewinnen, die eine bestmögliche Versorgung voraussetzt. Insofern bestimmt die Größe der Abteilung die Qualität der Versorgung mit“, betont Professor Andreas Schulze, Leiter der Neonatologie am Campus Großhadern. „Dabei besteht die Besonderheit, dass medizinische Maßnahmen am gefährdeten Lebensbeginn bei Frühgeborenen potenziell lebenslange Auswirkungen haben.“

Geburtshilfe

Schwangere werden dabei oft in Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Kollegin oder dem Kollegen bzw. der Schwerpunktpraxis betreut. Bei Schwangeren mit langen Anfahrtswegen besteht außerdem die Möglichkeit der geplanten Geburtseinleitung oder, wenn medizinisch notwendig, des geplanten Kaiserschnitts sowie der stationären Aufnahme vor Geburt oder der Unterbringung im Ronald McDonald Haus München auf dem Gelände des Klinikums in Großhadern. „Im Jahr 2010 lag die Zahl der entbundenen Mütter bei über 1.500“, sagt Dr. Hasbargen. Insgesamt kamen 1.606 Kinder zur Welt, davon 1.457 Einlinge, 140 Zwillinge und 9 Drillinge. „Mit den jetzt neuen Bereichen Entbindung und Neonatologie verfügt das Klinikum der Universität München über alle Möglichkeiten der Medizin rund um Schwangerschaft und Geburt“, betont Prof. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München. Dazu zählt auch ein angegliederter Palliativbereich mit spezieller Betreuung für Familien mit Neugeborenen, die den Sprung ins Leben nicht oder nur mit erheblichen gesundheitlichen Schäden schaffen können.

Baukosten

Finanziert wurde das Projekt mit großzügiger Unterstützung der Aktion Sternstunden e.V. des Bayerischen Rundfunks sowie mit Sondermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Das Klinikum leistete dabei einen Anteil in Höhe von 0,95 Millionen Euro. Insgesamt kostete der Neubau in den ehemaligen Räumen der Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation 2,95 Millionen Euro. „Wir sind sehr dankbar für die großartige Unterstützung und möchten in dieser herausragenden Einrichtung den werdenden Müttern und Vätern auf dem Weg zur Familie mit Fürsorge und Kompetenz zur Seite stehen“, sagt Gerd Koslowski, Kaufmännischer Direktor, dessen Sohn selbst vor zwei Jahren in Großhadern zur Welt kam.

 

Pressemeldung vom 16.03.2011

 

Ein neugeborenes Baby in Großhadern

Noch ganz klein

Auch möglich: Geburt im entspannenden Wasser

Der Eingang zur neuen Entbindung

Einer der neuen Entbin- dungsräume

Helle und freundliche Untersuchungszimmer

Gut versorgt auf der Neu- geborenen-Intensivstation