27.01.2011 12:00

MOBI-KIDS Studie: Umfangreiche, internationale Datenerhebung zu potenziellen Risikofaktoren für Gehirntumoren bei Kindern und jungen Erwachsenen

Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am Klinikum der LMU München startet Feldphase der Studie MOBI-KIDS in Deutschland

Obwohl Gehirntumore im Kindes- und Jugendalter glücklicherweise eine seltene Krankheit sind, sind sie dennoch die zweithäufigste Krebserkran-kung in der Kindheit. Über die Risikofaktoren von Gehirntumoren insbe-sondere bei Kindern und jungen Erwachsenen ist jedoch noch wenig be-kannt. Die MOBI-KIDS Studie hat zum Ziel, wichtige Erkenntnisse über Faktoren in der Umwelt zu gewinnen, welche möglicherweise das Risiko von Gehirntumoren bei jungen Menschen (zwischen 10 und 24 Jahren) erhöhen könnten. Die Studie wird durch die Europäische Union sowie in Deutschland durch das Bundesamt für Strahlenschutz gefördert.

Bis zu 2000 Kinder und junge Erwachsene mit Gehirntumoren weltweit sollen über die nächsten drei Jahre hinweg an der Studie teilnehmen. Wei-tere 4000 gesunde Kinder und Jugendliche sollen als „Kontrollen“ befragt werden. Durch den Vergleich kann festgestellt werden, welche Faktoren den Hirntumorpatienten gemein sind und sie eventuell von Gleichaltrigen ohne Hirntumor unterscheidet. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf Faktoren ziehen, die einen Gehirntumor auslösen könnten. Durch die große Zahl der Teilnehmer verbessert sich die Möglichkeit, Risikofaktoren für Gehirntumoren aufzudecken.

Während der ersten Phase der Studie wurde ein umfassender Fragebogen entwickelt. Dieser umfasst unter anderem Fragen nach Wohnorten, Krank-heitsgeschichte der Familie, Infektionskrankheiten und Nutzung drahtloser Kommunikationstechnologien. Potentielle Studienteilnehmer und ihre El-tern werden entweder im Krankenhaus angesprochen oder als „Kontrolle“ aus der Bevölkerung per Post angeschrieben und um die Teilnahme an der Studie gebeten. Nach Rücksendung einer Einverständniserklärung wird dann ein Termin zum Ausfüllen des Fragebogens vereinbart.

Insgesamt werden weltweit Wissenschaftler aus 13 Ländern die Daten in ihren Ländern sammeln. Später werden die Daten ausgewertet. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse des Projekts große Bedeutung für das Ver-ständnis der Ursachen für Gehirntumoren haben werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Katja Radon, MSc

katja.radon@med.uni-muenchen.de

Tel.: +49-89-51602485

 

Tobias Weinmann, Dipl.-Psych.

tobias.weinmann@med.uni-muenchen.de

Tel.: +49-89-51602483

 

PM 2011 - 01

 

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