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21.11.2016 10:00

Neue Ordinaria für Innere Medizin

Zum 1. November 2016 hat Prof. Dr. med. Julia Mayerle in der Nachfolge von Prof. Dr. med. Burkhard Göke den Lehrstuhl für Gastroenterologie und Hepatologie, verbunden mit der Leitung der Medizinischen Klinik II am Campus Großhadern übernommen. Die neue Ordinaria kommt von der Universitätsmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Dort hat sie ihre klinische und akademische Ausbildung erhalten und seit 2011 die Position der stellvertretenden Direktorin der Klinik für Innere Medizin A und geschäftsführende Oberärztin der zentralen Endoskopie ausgefüllt.

Julia Mayerle, gebürtig in München, kehrt nach 22 Jahren als Internistin, Fachärztin für Gastroenterologie und Endokrinologie in ihre Heimat zurück. Sie absolvierte ihr Studium für Humanmedizin in Budapest, Würzburg und Münster. Ihre klinische Tätigkeit begann sie am Universitätsklinikum Münster und begleitete 2003 ihren Doktorvater an die Universitätsmedizin Greifswald. Dort führte sie ihre klinische und akademische Ausbildung fort und wurde 2007 auf eine Stiftungsjuniorprofessur der Hildegard-und-Fritz-Berg Stiftung berufen. Nach einem Sabbatical als Lister Fellow for Advanced Endoscopy an der Universität Glasgow/Schottland, wurde sie auf eine W2 Professur für Innere Medizin und Molekulare Gastroenterologie berufen und übernahm als stellvertretende Klinikdirektorin die Leitung der zentralen Endoskopie an der Universitätsmedizin Greifswald. 2011 habilitierte sie bei Prof. Dr. Markus M. Lerch über die Rolle von Verdauungsenzymen für die Entstehung der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Als stellvertretende Studiendekanin hat sie seit 2012 das klinische Curriculum an der Universitätsmedizin Greifswald maßgeblich weiterentwickelt.

Die Ärztin wurde für ihre wissenschaftliche Arbeit mit einem Schwerpunkt auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und häufig vorkommenden Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie die Helicobacter pylori induzierte Gastritis mit dem Martin-Gülzow-Preis, dem Sir-Hanns-Krebs Preis und dem Thannhauser-Preis ausgezeichnet. Zuletzt wurde sie zusammen mit einem Berliner und Greifswalder Team aus Wissenschaftlern für die Entwicklung eines Früherkennungstest eines Pankreaskarzinoms für den Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert. Die Medizinerin hat sich in den Gremien ihrer nationalen und internationalen Fachgesellschaften engagiert, sich an der Entwicklung von Therapieleitlinien beteiligt und deren Entwicklung für ihre Fachgesellschaft koordiniert.

Die Bauchspeicheldrüse ist ihr "Zentralorgan"

Die Bauchspeicheldrüse steht im Fokus des wissenschaftlichen und klinischen Interesses von Prof. Dr. Mayerle, aus vielfältigen Gründen. Prof. Dr. Mayerle: "Bei der akuten Pankreatitis handelt es sich um ein häufiges Krankheitsbild, zwei Prozent der Patienten in einer internistischen Notaufnahme sind daran erkrankt. Es gibt keinen kausalen Therapieansatz, aber die Weiterentwicklung der therapeutisch endoskopischen Ansätze und der intensivmedizinischen Versorgung sind vielversprechend. Die chronische Entzündung hat eine hohe sozio-ökonomische Bedeutung und erfordert für die Therapie in hohem Maße eine gebündelte Expertise und Interdisziplinarität, die vor allem an einem Universitätsklinikum exzellent realisiert werden kann."

Das Pankreaskarzinom ist prognostiziert für das Jahr 2030 die dritthäufigste Krebstodesursache. Stichworte wie Früherkennung und individualisierte Therapie dürfen vor diesem Hintergrund keine Worthülsen bleiben, betont die neue Ordinaria. Die Interaktion des exokrinen Teils der Bauchspeicheldrüse, der die Verdauungsenzyme produziert, mit dem hormonproduzierenden endokrinen Teil ist für sie nicht nur in der Behandlung der neuroendokrinen Tumoren von großem Interesse. Sie sieht es als ihre Aufgabe, die universitären Strukturen zu nutzen, um relevante wissenschaftliche Fragestellungen aus ihrem klinischen Alltag abzuleiten, im Labor zu bearbeiten und die Ergebnisse in die Krankenversorgung zurückzutragen. Forschung und Krankenversorgung sind für sie untrennbar. Sie sieht in München im Vergleich mit dem Bundesgebiet für ihre Vorhaben herausragende Partner und Strukturen und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Als Zentrum Verantwortung für den hepatologischen Patienten übernehmen

Das Leberzentrum München, gegründet von Prof. Dr. Alexander Gerbes, und das Transplantationszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Meiser sind etablierte Strukturen zur Therapie des akuten und chronischen Leberversagens sowie der Transplantation. Diese Strukturen sollen unter ihrer Leitung gestärkt werden und wachsen. Gerne will sie mit ihrem Team die Verantwortung für eine erstklassige Versorgung und wissenschaftliche Weiterentwicklung in diesem Bereich übernehmen.

Die Gastroenterologie braucht Nachwuchs

Die neue Ordinaria: "In einer alternden Gesellschaft wird ein überproportionaler Anstieg der Fallzahlen in der Gastroenterologie prognostiziert. Um eine Versorgung am spezialisierten Zentrum und in der Fläche sicherzustellen, ist es die Aufgabe der Medizinischen Klinik II am Campus Großhadern unsere Studenten frühzeitig für unser Fach zu begeistern und sie durch eine praxisnahe Ausbildung für die Versorgung unserer Patienten zu gewinnen. Neben der Ausbildung unserer Studenten im Hörsaal und am Krankenbett möchte ich die Attraktivität unseres Fachgebietes durch eine strukturierte Weiterbildung der Assistenzärzte auf dem Weg zum Facharzt steigern."



Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Julia Mayerle

Medizinische Klinik und Poliklinik II

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Großhadern

Audio-Icon +49 (0) 89 4400 72390

E-Mail-Icon julia.mayerle@med.uni-muenchen.de

 

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