Startseite » Das Klinikum » Zentrale Bereiche » Pressestelle » Pressemeldungen » Archiv Pressemeldungen » Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie feiert 10-jähriges Jubiläum
25.10.2016 17:00

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie feiert 10-jähriges Jubiläum

Am 28. Oktober 2016 veranstaltet die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychologie (KJP) am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ein Jubiläumssymposium. In 22 Vorträgen stellen die Forscherinnen und Forscher aktuelle Forschungsergebnisse aus den Schwerpunkten der kinder- und jugendpsychiatrischen Forschung vor.

Rund 200 Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachbereichen werden an diesem Tag zwischen 9 und 18 Uhr im Hörsaal der Klinik für Psychiatrie erwartet. Themenschwerpunkte sind Diagnostik, Ursachen und Behandlung bei depressiven Störungen und schulischen Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

"Ziel unserer Forschung ist es, die Ursachen und das Zusammenwirken verschiedener Risikofaktoren auf psychischen Belastungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen, um wirksame Präventions- und Behandlungsmethoden zu entwickeln", betont Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Lehrstuhlinhaber für das Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie am Klinikum der Universität München. "Das Besondere der Forschung der KJP ist, dass sie interdisziplinär ist, zentrale Entwicklungsphasen des Menschen umfasst und neben der Hochschulmedizin vor allem die Psychologie und Pädagogik mit ihrer Fachlichkeit und ihren Methoden integriert werden."

Den Forscherinnen und Forschern am Lehrstuhl für KJP steht ein breites Methodenspektrum zur Verfügung, von molekulargenetischen Methoden über die Neuropsychologie, die Registrierung von Hirnstromwellen bis hin zu Aufzeichnung von Augenbewegungen und der Magnetresonanz-Tomographie. Diese Methoden werden für ein besseres Verständnis der Hirnfunktionen und ihrer Störungen genutzt, um daraus Erkenntnisse für eine verbesserte Früherkennung und Förderung zu gewinnen. So konnte zum Beispiel verstanden werden, warum Kinder und Jugendliche mit einer depressiven Störung ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf negative Reize ausrichten und weniger von verstärkender Unterstützung profitieren können.

Mit der Entwicklung der Leitlinien zur Lese- Rechtschreibstörung (LRS) und zur Rechenstörung wurden neue Standards in der Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen geschaffen, die vielfältige Anwendung in der Schule und der Lernförderung haben werden. Den Schwerpunkt Depressionsforschung bei Kindern und Jugendlichen hat Schulte-Körne neu in München aufgebaut. Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihres Schweregrades am meisten unterschätzten Erkrankungen. Die Folgen der Depression für Kinder und Jugendliche sind oftmals schwerwiegend und zeigen sich in verschiedenen Lebensbereichen. In der Schule sind diese Kinder häufig belastet, unkonzentriert, ziehen sich zurück oder bleiben zu Hause. Ein Schulwechsel oder sogar die Gefahr, keinen Schulabschluss zu erreichen, sind nicht selten, wenn keine professionelle Hilfe erfolgt. Doch welche Therapie nachhaltig wirkt, ist noch nicht so gut geprüft. Aktuell wird in der Uniklinik für KJP im Rahmen von Therapiestudien untersucht welche Methoden bei stationärer Behandlung wirksam sind. Eine der zentralen Herausforderungen der sich die Forschungsabteilung gestellt hat ist es Risikofaktoren, depressiv zu erkranken, zu erkennen. Das Präventionsprogramms 'Prodo', welches an der Uni Klinik entwickelt wurde und das darauf abzielt Familien zu stärken, positive Interaktionen mit dem Kind zu fördern, zu lernen, wie man mit Stress und Belastungen besser umgehen kann, wird aktuell vielversprechend auf seine Wirksamkeit hin untersucht.

Der zweite Schwerpunkt am Lehrstuhl, den Professor Schulte-Körne nach München mitgebracht hat, sind die schulischen Entwicklungsstörungen, hierzu gehören die Lese- und Rechtschreibstörung und die Rechenstörung. Neben genetischen Risikofaktoren, die mittlerweile in internationalen Forschungsverbünden an Stichproben mit mehreren Tausenden von Kindern und Jugendlichen untersucht werden, erforscht das Team intensiv, wie Kindern und Jugendlichen bereits früh in der Schule wirksam geholfen werden kann.

"Nicht ohne Stolz blicken wir auf die vergangenen 10 Jahre zurück, in denen es gelungen ist, eine forschungsstarke Universitätsklinik aufzubauen, die einen wichtigen Beitrag für ein psychisch gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen leistet."

Aktuell arbeiten mehr als 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus natur-, sozial- und neurowissenschaftlichen Disziplinen in der Forschungsabteilung der KJP. "Durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Europäischen Union (EU), dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, der Medizinischen Fakultät der LMU und von privaten Stiftungen ist es uns möglich, innovative Präventions- und Versorgungskonzepte auf evidenzbasierter Grundlage zu entwickeln, um Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen wirksam und nahhaltig zu helfen", sagt Professor Schulte-Körne.


 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne

Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie,

Psychosomatik und Psychotherapie

Klinikum der Universität München

Nußbaumstr. 5a

80336 München

Audio-Icon +49 (0)89 4400-55900

E-Mail-Icon Gerd.Schulte-Koerne@med.uni-muenchen.de

 

Bilder zum Download

Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne