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06.07.2016 10:00

Else Kröner Forschungskollegien: Ziel ist die Förderung revolutionärer Erkenntnisfortschritte

Klinische Forschung für die Medizin von morgen: Um das klinische Potenzial neuer Entdeckungen zu erkennen und es in die klinische Anwendung zu tragen braucht es sogenannte Clinician Scientists. Ärzte, die in der Forschungswelt der Gene, Moleküle und Krankheitsmechanismen genauso zuhause sind wie am Krankenbett. Mit einem Fördervolumen von je einer Million Euro wurden nun zwei von vier der neuen Forschungskollegien der Else Kröner-Fresenius-Stiftung am Klinikum der Universität München bewilligt. Prof. Peter Falkai ist Sprecher der Kollegs "Translationale Psychiatrie" und Prof. Marion Subklewe Sprecherin des Kollegs "Immuntherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen".


Die Forschungskollegien sind jeweils eingebettet in bestehende, international sichtbare Forschungsschwerpunkte und bieten den Kollegiaten die Möglichkeit ihre eigene Forschung im Rahmen eines anregenden Expertennetzwerks aufzubauen. Jedes der neuen Kollegien verfolgt ein Forschungsgebiet, das ein besonders dringliches klinisches Problem im Blick hat und sich in einer Phase des intensiven "revolutionären" Erkenntnisfortschritts befindet. An der Spitze und in den Leitungsgremien aller Kollegien stehen Persönlichkeiten, die als überzeugende "role models" Klinik und Forschung auf hohem Niveau miteinander vereinen. Am Klinikum der Universität wurden Prof. Dr. Marion Subklewe (Oberärztin für Innere Medizin an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III) und Prof. Dr. Peter Falkai, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, als Sprecher der jeweiligen Forschungskollegien im Bereich der Onkologie und Psychiatrie berufen.

Forschungskolleg Translationale Psychiatrie in Kooperation mit dem Max Planck Institut für Psychiatrie                

Ungefähr jeder dritte Bundesbürger war in den vergangenen zwölf Monaten an einer psychischen Störung erkrankt. Gesellschaftliche Stigmatisierung und krankheitsbedingte Beeinträchtigung fast aller Lebensbereiche machen psychische Erkrankungen zu einer für Kranke und deren Familien besonders schwer zu tragenden Last. Lange Zeit erschien es auch fast aussichtslos, das Rätsel dieser Erkrankungen eines Tages zu entschlüsseln. Dies hat sich aber in den letzten ca. zehn Jahren geändert: neue Forschungsmethoden in Bildgebung, Molekulargenetik und experimenteller Modellbildung erlauben erstmals Einblicke in die komplexen Entstehungsmechanismen. Um dieses Erkenntnispotenzial in neue, sprechende sowie pharmakologische Therapieansätze zu übersetzen und die Grundlagen für eine neue Versorgungsrealität zu schaffen, braucht es ausgebildete Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mit einer fundierten Kenntnis molekularer Grundlagen. Die schon tradierte enge Kooperation zwischen grundlagenstarkem Max-Planck-Institut (Prof. Dr. Dr. Elisabeth Binder) und der Universitätsklinik für Psychiatrie schafft optimale Voraussetzungen für das mit internationalen Max Planck Research School for Translational Psychiatry verschränkte Forschungskolleg.

Immuntherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen: Wirk- und Resistenzmechanismen

Kann das menschliche Immunsystem Tumorzellen erkennen und eliminieren? Diese scheinbar einfache Frage beschäftigt die Forschung seit gut 100 Jahren und wurde phasenweise sehr unterschiedlich beantwortet. Spätestens jedoch seitdem die Immuntherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen 2013 im Wissenschaftsjournal Science als "breakthrough of the year" ausgezeichnet wurde, werden nicht nur Hoffnungen, sondern konkrete Erwartungen in dieses Feld gesetzt. Die Entdeckungsgeschichte der zwei initialen klinischen "Erfolgsgeschichten" zeigt eindrucksvoll, dass die Komplexität und das Wirkungspotenzial des Immunsystems sich nur dann therapeutisch nutzen lassen, wenn die molekularen Vorgänge minutiös und geduldig aufgeklärt werden.

Das Münchner Konsortium gehört in diesem international intensiv beforschten Gebiet zu den Gruppierungen, denen es immer wieder gelingt, von der molekularen Ebene bis zur klinischen Studie durchgängig erfolgreich zu sein und ebenso originelle wie klinisch relevante Lösungen hervorzubringen. In diesem Umfeld großer wissenschaftlicher Expertise und klinischer Aufbruchsstimmung finden forschungsbegeistere Kliniker ein ebenso anregendes wie unterstützendes Umfeld. 

Eine solide methodische Ausbildung sowie eine frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit werden angestrebt. Für mindestens eineinhalb Jahre können die Kollegiaten sich von klinischen Verpflichtungen befreit der Etablierung ihres Forschungsansatzes widmen. Anschließend verfolgen sie beides – klinische Weiterbildung zum Facharzt und Forschung – parallel weiter und sind so in der Lage den Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und klinischer Anwendung zu vollziehen. Die neuen Forschungskollegien können dabei auch auf die Erfahrungen und Erfolgsrezepte von insgesamt neun schon an verschiedenen Standorten und zu verschiedenen Themen etablierten Kollegien zurückgreifen.



Ansprechpartner:

Prof. Dr. Peter Falkai

Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Innenstadt

Telefon:  089/4400-55511
E-mail: Peter.Falkai@med.uni-muenchen.de

 

Prof. Dr. Marion Subklewe

Oberärztin und W2 Professorin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Zelluläre Immuntherapie

Medizinische Klinik und Poliklinik III

Hämatologie & Onkologie

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Großhadern

Telefon: 089/4400-72403
E-mail: Marion.Subklewe@med.uni-muenchen.de

 

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