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10.05.2016 10:00

Spezialstation für ältere Patienten trägt demographischer Entwicklung Rechnung

Die neue Abteilung für Akutgeriatrie am Campus Innenstadt des LMU-Klinikums bietet spezialisierte Versorgung für multimorbide Patienten.

Im Jahr 2030 wird jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein. Auf den demografischen Wandel muss sich auch die Universitätsmedizin einstellen: Das Klinikum der Universität München, an dem schon heute 34 Prozent aller Patienten älter sind als 65 Jahre, hat als erstes Universitätsklinikum in Bayern eine Station für Akutgeriatrie in der Medizinischen Klinik IV eingerichtet. Das Konzept der geriatrischen Station in der Ziemssenstraße am Campus Innenstadt ist multiprofessionell: Das Stationsteam setzt bei der Versorgung der Patienten auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fächern Unfallchirurgie, Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie und Rehabilitation.

Altersmedizin erfordert besondere Versorgungsstrukturen

Ältere Menschen brauchen aufgrund oft auftretender multimorbider Erkrankungen eine andere Versorgung als Patienten im jüngeren Alter. „Bisher ist es leider oft so, dass Männer und Frauen über 70 Jahre, die wegen einer normalen Erkrankung wie zum Beispiel einer Lungenentzündung oder einem Beinbruch zwei Wochen in der Klinik liegen müssen, anschließend nur noch schwer den Weg zurück in ein selbstständiges Leben zu Hause schaffen“, erklärt Prof. Dr. Ralf Schmidmaier, Stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik IV. Vor diesem Hintergrund wurde ein Konzept für die Akutgeriatrie erarbeitet, in dem ältere Patienten speziell betreut werden.

Multiprofessionelles Konzept auf ältere Patienten abgestimmt

Die Geriatrie ist speziell auf die medizinische Versorgung älterer Patienten mit chronischen komplexen Krankheitsbildern und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) abgestimmt. Die akutgeriatrische, frührehabilitative Komplexbehandlung hat das Ziel, verloren gegangene Funktionen wiederherzustellen, um den Patienten erneut ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Über mindestens 14 Tage wird auf der geriatrischen Station intensiv durch ein multiprofessionelles Team mit den Patienten gearbeitet: Ein interdisziplinäres Team aus Fachärzten für Geriatrie, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern sowie Neuropsychologen und vor allem speziell geschulte Pflegekräfte kümmern sich um die Patienten. „Im Vordergrund steht dabei die so genannte aktivierend-therapeutische Pflege, bei der die Patienten dazu motiviert werden, aufzustehen, sich anzuziehen und zu kämmen“, erläutert Privatdozent Dr. Michael Drey, Leiter des Schwerpunkts Geriatrie an der Medizinischen Klinik IV des LMU-Klinikums.

Forschung und Lehre in der Altersmedizin

In der Studentenausbildung besteht eine enge Kooperation mit dem Krankenhaus Neuperlach und der dortigen Abteilung für Geriatrie. Wissenschaftlich beschäftigt man sich in der Ziemssenstraße mit dem altersabhängigen Muskelschwund, auch als Sarkopenie bezeichnet. Durch den Verlust von Muskelkraft im Alter sind häufig die Mobilität und damit die Selbstständigkeit Betroffener eingeschränkt. Im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen sind neurologische Aspekte in der Entstehung und Therapie der Sarkopenie. Verbindungen zum häufig parallel auftretenden Knochenschwund (Osteoporose), aber auch zur Fettleibigkeit sind ebenso im Visier der Forscher.

 

Ansprechpartner:

Privatdozent Dr. Michael Drey

Bereichsleiter der Akutgeriatrie

Medizinische Klinik und Poliklinik IV

Ziemssenstraße 1, 80336 München

Audio-Icon 089/4400-52216

E-Mail-Icon michael.drey@med.uni.muenchen.de