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03.03.2016 11:00

Pionier der Hygiene und Retter der Mütter

Die gynäkologische und geburtshilfliche Hygiene hat erst nach dem Tode von Ignác Semmelweis im Jahre 1865 ihren Einzug in den klinischen Alltag gehalten und rettete seitdem vielen Müttern und Frauen das Leben. Der österreichisch-ungarische Arzt entdeckte mangelnde Hygiene bei den Ärzten als wichtigste Ursache für das Kindbettfieber, an dem seinerzeit dramatisch viele Wöchnerinnen starben. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Desinfektion haben bis heute Bedeutung in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die LMU-Frauenklinik erinnert in einem Symposium und einer anschließenden Ausstellung an das Wirken dieser Persönlichkeit.


Posthume Anerkennung

Ignác Semmelweis († 13. August 1865) ist heute als "Pionier der Hygiene und Retter der Mütter" bekannt – der Arzt beeinflusste die Krankenhaushygiene und insbesondere die Frauenheilkunde und Geburtshilfe ganz entscheidend durch die Einführung der Händedesinfektion. Seine unermüdlichen Versuche, die Ärzte zur Desinfektion der Hände zu bewegen, stießen allerdings auf Widerstand der Kollegen. Somit wurde Ignác Semmelweis erst posthum als "Retter der Mütter" gewürdigt. Denn erst 1867, zwei Jahre nach Semmelweis‘ Tod, zeigte der schottische Mediziner Joseph Lister, dass die Desinfektion des Operationstisches die Sterblichkeit im Operationssaal deutlich senkt. Man erinnerte sich wieder an die Arbeiten von Semmelweis, der so verspätet zu Ehren kam.

"Auch die Universitätsfrauenklinik München trug wesentlich zur Entwicklung der modernen Krankenhaushygiene bei. So führte Albert Döderlein, von 1907 bis 1934 Lehrstuhlinhaber an der Frauenklinik Maistrasse, zur Verbesserung der Hygiene Gummihandschuhe in der Gynäkologie und Geburtshilfe ein", erläutert Prof. Dr. Sven Mahner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Universität München.

Neue Herausforderungen in der Medizin

"Infektionserkrankungen nehmen vor allem in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe eine besondere Stellung ein, da es, neben der eigentlichen Erkrankung, auch zu Einschränkungen in der Fertilität oder bei einer Schwangerschaft zu einer Schädigung des ungeborenen Kindes führen kann", erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Ioannis Mylonas, Leiter der Infektiologie an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des LMU-Klinikums. "Die fast endemische Ausbreitung viraler Erkrankungen mit folgenschweren Auswirkungen für die ungeborenen Kinder (z.B. Zika-Virus), die besorgniserregende Zunahme multiresistenter Krankheitserreger sowie die Entwicklungen neuer medikamentöser und therapeutischer Möglichkeiten sind die derzeitigen größten Herausforderungen der Infektiologie", ergänzt Prof. Mylonas. Sowohl die Lehren als auch die persönliche Leidensgeschichte von Ignác Semmelweis stellen sicherlich wichtige Ausgangspunkte zur Auseinandersetzung und Bekämpfung dieser aktuellen infektiologischen Probleme dar.

Symposium und Ausstellung

Zum 150. Todestag von Ignác Semmelweis organisiert die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Universität München gemeinsam mit dem ungarischen Generalkonsulat und der Semmelweis-Universität Budapest am 4. März 2016 ein Symposium mit einer Ausstellungseröffnung über Leben und Wirken dieser faszinierenden Persönlichkeit. Die Ausstellung kann ab dann bis zum 17. März 2016 in der Bibliothek der Frauenklinik in der Maistrasse besichtigt werden.

Mehr Informationen: http://www.infektiologie2016.de

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. h.c. Ioannis Mylonas

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Innenstadt

Audio-Icon 089/4400-54111 oder -54578

E-Mail-Icon ioannis.mylonas@med.uni-muenchen.de

 

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