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01.02.2016 17:00

Neue Guidelines für Schwangere mit hämatologischen Krebserkrankungen

Die Diagnose "Krebs" während einer Schwangerschaft stellt eine besondere Herausforderung dar und führt Arzt und Patientin in eine schwierige Konfliktsituation, da mütterliches und kindliches Leben oft gleichermaßen bedroht sind. Der Behandlung einer Krebserkrankung in der Schwangerschaft geht eine besonders schwierige Entscheidungsfindung voraus. Denn Planung und Umsetzung der Therapie müssen so gestaltet werden, dass die akute Bedrohung des Lebens der werdenden Mutter abgewendet wird, ohne das Leben des Ungeborenen zu gefährden.

In diesem ärztlich-ethischen Dilemma begründete Entscheidungen zu fällen ist nur eingeschränkt möglich, da sich einerseits die bisherigen Kenntnisse über die Folgen der Tumortherapie nur auf Einzelfallberichte stützen und sich andererseits durch die Therapie die mütterliche und kindliche Prognose oft diametral zueinander verhalten.

Gerade der Einsatz von Therapieoptionen wie eine Chemotherapie muss gut überlegt sein: „Um das Leben der Patientin zu retten, ist es oft notwendig, umgehend eine Chemotherapie einzuleiten. Mit dieser Behandlung ist allerdings immer auch ein hohes Risiko für den Fetus verbunden. Wird die notwendige Behandlung jedoch solange hinausgezögert, bis die Entwicklung des ungeborenen Kindes eine vorzeitige Entbindung per Kaiserschnitt erlaubt, wird kostbare Zeit verloren und das Leben der Mutter gefährdet“, beschreibt der Leiter der Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV, Prof. Dr. Dr. Fuat Oduncu die medizinische Konfliktsituation. „So erfordert die Therapieplanung einen intensiven interdisziplinären Dialog zwischen Gynäkologen, Onkologen, Chirurgen, Neonatologen, Psychologen und gegebenenfalls weiteren anderen Fachdisziplinen, wobei die Prognose der Krebserkrankung, die Schwangerschaftswoche und der Kinderwunsch der Patientin das Vorgehen im Einzelfall bestimmen.“

Eine international gültige Therapieempfehlung für Schwangere mit einer hämatologischen Krebserkrankung gab es bislang nicht. Um diese Lücke zu schließen, hat eine internationale Expertengruppe nun Leitlinien für das komplexe Management von hämatologischen Krebserkrankungen während der Schwangerschaft entwickelt, die den behandelnden Ärzten als Orientierungs- und Entscheidungshilfe bei der Festlegung der geeigneten Therapiestrategie dienen sollen.

Diese Guidelines können Ärzte ab sofort in der Meta-Datenbank PubMed der U.S. National Library of Medicine abrufen. Außerdem sind sie als Publikation in der renommierten Zeitschrift Journal of Clinical Oncology erschienen.

 

Onkologisches Spitzenzentrum München

Die Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Klinik IV ist Mitglied des interdisziplinären Krebszentrums CCCLMU am Klinikum der Universität München. Das CCCLMU und das RHCCC am Klinikum rechts der Isar der TU München bilden das von der Deutschen Krebshilfe zertifizierte Onkologische Spitzenzentrum CCC München.

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. Fuat S. Oduncu, MA, EMB, MBA

Leiter der Hämatologie und Onkologie

Medizinische Klinik und Poliklinik IV

Klinikum der Universität München

Ziemssenstr. 1, 80336 München

Audio-Icon +49 (0)89 4400-52205

E-Mail-Icon fuat.oduncu@med.uni-muenchen.de

Internet-Icon http://haem-onk.klinikum.uni-muenchen.de

 

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