Startseite » Das Klinikum » Zentrale Bereiche » Pressestelle » Pressemeldungen » Archiv Pressemeldungen » Hyperthermie steigert Langzeitüberleben deutlich
28.09.2015 14:00

Hyperthermie steigert Langzeitüberleben deutlich

Neue Ergebnisse beim ESMO in Wien vorgestellt

Die optimale Therapie von Hochrisiko-Weichteilsarkomen an Extremitäten oder im Bauchraum und Beckenbereich ist noch immer eine große Herausforderung. Der Behandlungserfolg hängt stark von der Größe und dem Differenzierungsgrad des Tumors ab. Deshalb ist es wichtig, das Sarkom-Gewebe vor einem chirurgischen Eingriff zu verkleinern und eine frühzeitige Absiedelung von Tumorzellen zu verhindern. Als Zusatz zur perioperativen Chemotherapie und/oder Strahlentherapie untersucht Prof. Dr. Rolf Issels vom Klinikum der Universität München seit längerem die Regionale Tiefenhyperthermie (RHT) als ergänzende Behandlungsoption. Bei der RHT wird mittels Applikatoren gezielt die vom Tumor betroffene Körperregion fixiert. Dann erfolgt eine fokussierte Erwärmung in Kombination mit einem elektrischen Feld.

In einer aktuellen Auswertung einer multizentrischen, randomisierten Studie haben Issels und Kollegen jetzt das Langzeitüberleben von 341 Patienten mit Hochrisiko-Weichteilsarkomen untersucht. Sie wurden entweder nur mit einer neo-adjuvanten Chemotherapie behandelt oder mit neo-adjuvanter Chemotherapie plus RHT. Primärer Endpunkt der Studie war das lokale progressions-freie Überleben. Die medianen Überlebenszeiten unterschieden sich signifikant, mit 15,4 Jahren für Patienten mit kombinierter neo-adjuvanter Therapie und 6,2 Jahren für Patienten mit alleiniger neo-adjuvanter Chemotherapie. Neun Jahre nach Diagnose lebten noch 63 Prozent der Patienten mit kombinierter neo-adjuvanter Therapie im Vergleich zu 54 Prozent mit alleiniger neo-adjuvanter Chemotherapie.

Die RHT macht sich zunutze, dass erhöhte Temperaturen zwischen 40 und 43 Grad Celsius Tumorzellen abtöten und die Wirkung der Chemotherapie am Ort des Sarkoms verstärken. Zusätzlich werden Hitzeschockproteine induziert. Dadurch werden die Zellen angreifbarer für das Immunsystem. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich durch die Kombination von Chemotherapie mit RHT das Therapieergebnis bei Patienten mit einem definierten Stadium einer Krebserkrankung deutlich verbessert. Dies bedeutet einen signifikanten Zugewinn an Lebenszeit und Lebensqualität. Die Forscher empfehlen, die RHT in Kombination mit prä- und postoperativer Chemotherapie in die Therapie von Weichteilsarkomen routinemäßig zu integrieren.

 


Link zum Kongressbericht:

http://www.esmo.org/Conferences/European-Cancer-Congress-2015/News/Regional-Hyperthermia-Added-to-Neoadjuvant-Chemotherapy-Doubles-Length-of-Overall-Survival-in-Patients-With-Localised-High-Risk-Soft-Tissue-Sarcoma

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Rolf Issels

Medizinische Klinik III

Klinikum der Universität München (LMU)
Campus Großhadern

Symbol für Telefon +49 (0)89/4400-74768
Symbol für E-Mail Rolf.Issels@med.uni-muenchen.de

 

Anmeldung zum monatlichen Newsletter