25.09.2014 12:00

13. Internationale Bindungskonferenz München

Bindung und Migration im Fokus

Vom 10. bis 12. Oktober wird sich die 13. Internationale Bindungskonferenz München an der Ludwig-Maximilians-Universität der Problematik von „Bindung und Migration“ widmen. Unter der Leitung von Privatdozent Dr. Karl Heinz Brisch zeigen renommierte Experten in Vorträgen und Workshops Wege aus emotionaler Isolation und Zukunftsangst von Migranten auf.

Viele Menschen verlieren durch Migration, Vertreibung, Folter und Menschenhandel ihre Beziehungen zu ihren Bindungspersonen und oftmals auch zu Mitgliedern ihrer erweiterten Familie sowie Freunden. Zusätzlich werden sie von ihren sprachlichen und kulturellen Wurzeln isoliert. „Dieses Thema ist angesichts der vielen Flüchtlinge – gerade auch in München – hochaktuell“, betont Dr. Brisch, Bindungsforscher und Psychotherapeut im Dr. von Haunerschen Kinderspital. In neuen Gesellschaften erleben Migranten extremen Stress, massive Verunsicherung, Isolation und sind aggressiven Anfeindungen und Verfolgung ausgesetzt. Dadurch werden sie in ihrem Bindungssystem extrem erschüttert und das Gefühl von Urvertrauen in Schutz durch emotional verbundene Menschen geht ihnen verloren. „Besonders minderjährige und unbegleitete Flüchtlinge haben oftmals ihre ganze Familie verloren“, sagt Brisch. Diese Erfahrungen können potentiell traumatisch verarbeitet werden und zu tiefgreifenden Bindungsunsicherheiten führen, mit einem Gefühl von extremer Angst und Panik.

In der 13. Internationalen Bindungskonferenz soll anhand von Vorträgen und Workshops verdeutlicht werden, welche Faktoren schützen können, welche Rolle neue, wichtige Bindungspersonen spielen und wie neue Beziehungen aufgebaut werden können. Was müssen aufnehmende Familien, Partner, Arbeitgeber und Gesellschaften wissen, damit aus einem traumatischen Schicksal der Migration eine neue Ressource für Entwicklung und Bindungssicherheit erwachsen könnte? Welche Therapieformen sind für traumatisierte Migranten hilfreich? Zu diesen Fragen werden international renommierte Fachleute und Forscher aus ihren Studien berichten, für die Problematik sensibilisieren und Wege für neue Entwicklungen aufzeigen.

Die Konferenz richtet sich an Ärzte aller Fachrichtungen sowie an Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und ebenso an alle, die sich mit der Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen nach Migration bei Erwachsenen, Säuglingen, Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Ebenso sind alle Berufsgruppen eingeladen, die kranke Menschen nach Migration in allen Altersgruppen betreuen und begleiten.

Die 13. Internationale Bindungskonferenz wird am 10. Oktober von einem Vorkonferenz-Workshop eingeleitet (16 bis 20 Uhr, nur in deutscher Sprache). Die Hauptkonferenz am 11. und 12. Oktober beginnt jeweils um 9 Uhr. Die Veranstaltung wird an allen drei Tagen im Audimax der Ludwigs-Maximilians-Universität München stattfinden.

 

Eine Anmeldung ist unter www.bindungskonferenz-muenchen.de und für englischsprachige Besucher unter www.attachment-conference-munich.net möglich.

 


Ansprechpartner:

PD Dr. Karl Heinz Brisch

Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunscherschen Kinderspital
Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie

Klinikum der Universität München (LMU)

elefon 089/4400-53709

E-mail: Karl-Heinz.Brisch@med.uni-muenchen.de

Internet:: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Kinderklinik-und-Kinderpoliklinik-im-Dr-von-Haunerschen-Kinderspital/de/ambulanzen/pschosomatik/index.html