19.09.2014 12:00

Form, Funktion und Ästhetik - Plastische Chirurgie ist mehr als nur Schönheitschirurgie

Die Wiederherstellung von Körperpartien nach Krankheit oder Unfall zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Plastischen Chirurgen. Im besten Falle erlangen die Betroffenen auch wieder die komplette Funktionalität und ein normales Selbstwertgefühl, wenn sie ohne sichtbares Handicap auftreten können. „Insgesamt konnten wir die Plastische Chirurgie, die zu oft nur als Schönheitschirurgie wahrgenommen wird, in allen Facetten darstellen und seine Bedeutung für die Patientenversorgung als spezialisiertes chirurgisches Fachgebiet wie etwa Neurochirurgie, Unfallchirurgie oder Herzchirurgie umfassend darstellen“, betont Prof. Dr. Riccardo Giunta des Klinikums der Universität München. Giunta organisierte zusammen mit Prof. Dr. Hans-Günther Machens (Klinikum rechts der Isar TUM) und Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz (Medizinische Universität Graz) die Jahrestagung der deutschen und österreichischen Plastischen Chirurgen in München vom 9. bis 13. September 2014.

„Die Jahrestagung unter dem Motto Form, Funktion und Ästhetik war ein voller Erfolg. Besonders freue ich mich, dass die Plastische Chirurgie mit ihren vier Säulen Rekonstruktive Chirurgie, Handchirurgie, Verbrennungschirurgie und Ästhetische Chirurgie mit dem Fundament Forschung als akademisches Fachgebiet umfassend dargestellt werden konnte. Mit der Eröffnung des neuen OP-Zentrums am Campus Großhadern stehen uns die modernsten Methoden zur Verfügung, so dass wir Plastische Chirurgie nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft anbieten können“, erklärt Prof. Giunta.

München ist Deutschlands Zentrum der Plastischen Chirurgie

1.087 Fachbesucher und 242 Teilnehmer der Industrie haben die 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 19. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) und die 52. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) besucht. Die Teilnehmerzahl stieg um etwa 300 gegenüber 2013. Ein Patiententag mit fünf Veranstaltungen zu allen Bereichen der Plastischen Chirurgie stieß bei der Münchner Bevölkerung auf großes Interesse. 49 Symposien mit 435 Vorträgen, 137 wissenschaftliche Poster, neun Lunchsymposien, fünf Workshops sowie Präparationskurse und Operationskurse vermittelten das Neueste aus der plastisch-chirurgischen Forschung und Praxis. München ist mit drei großen Kliniken, darunter zwei Universitätskliniken, seit langem ein Zentrum für Plastische Chirurgie in Deutschland.

Ehrungen und Preise

Die Dieffenbach-Medaille ging an Prof. Dr. Dr. Rüdiger G. H. Baumeister, dem Vorgänger von Prof. Giunta am Campus Großhadern des Klinikums der LMU München. „Form, Funktion und Lebensqualität – Aspekte plastisch chirurgischer Therapiekonzepte zur Behandlung des chronischen Lymphödems“ lautete der Titel seiner Dieffenbach-Vorlesung. Prof. Baumeister entwickelte im Münchner Institut für Chirurgische Forschung experimentell die mikrochirurgische Verpflanzung von Lymphgefäßen. 1980 nahm er die weltweit erste Lymphgefäßtransplantation vor. 1985 bis 2010 leitete er den Bereich Plastische, Hand-, und Mikrochirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik am Campus Großhadern der LMU. Seit 1989 verleiht die DGPRÄC die Dieffenbach-Medaille in Gedenken an den Wegbereiter der Plastischen Chirurgie, Johann Friedrich Dieffenbach (1792-1847).

Außerdem wurden Dr. Marianne Wolters und Dr. Hermann Lampe 2014 die Höhler-Nadel der VDÄPC für ihren Beitrag zur Faltebehandlung mit medizinischen Füllersubstanzen geehrt und Prof. Dr. Dr. Hanno Millesi aus Wien, Prof. Dr. Dr. Rolf-Rüdiger Olbrisch aus Düsseldorf und Dr. Hubertus Tilkorn aus Münster die Ehrenmitgliedschaft der DGPRÄC verliehen. Der mit 3.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis der DGPRÄC erhielten PD Dr. Steffen Eisenhardt (Universitätsklinikum Freiburg) und PD Dr. Justus Beier (Universitätsklinikum Erlangen). Dr. Jan-Philipp Stromps (Universitätsklinikum RWTH Aachen) erhielt das Reisestipendium in Höhe von 2.500 Euro. Dr. Dominik Duscher und sein Team (Stanford University) erhielten den Vortragspreis, der Posterpreis ging an Dr. Sebastian Geis (Universitätsklinikum Regensburg).

 


Ansprechpartner:

 

Prof. Dr. Riccardo Giunta

Chefarzt der Handchirurgie, Plastische Chirurgie

und Ästhetische Chirurgie

Klinikum der Universität München

Pettenkoferstr. 8a, 80336 München

Telefon: +49 (0)89 / 4400-52697

Fax: +49 (0)89 / 4400-54724

 Telefon: r.giunta@med.uni-muenchen.de

 Intenet: www.plastische-chirurgie-münchen.com | www.handchirurgie-münchen.com

 

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