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28.05.2014 13:00

Keine akuten Krankheitseffekte durch Laserdrucker

Untersuchung möglicher gesundheitlicher Gefährdungen durch Emissionen von Druckern und Kopierern

Medien berichten in den letzten Jahren regelmäßig über Gesundheitsbeschwerden durch Laserdrucker und Kopierer. Die Meinungen zu diesem Thema sind geteilt.

Neue Erkenntnisse bringt die aktuelle Studie des Institutes und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Klinikums der LMU in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), die Untersuchungen mit freiwilligen Versuchspersonen durchführte, die von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gefördert wurden.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einer einmaligen kurzzeitigen Exposition von 75 Minuten und einer Nachbeobachtungsdauer von circa zwei Stunden keine signifikanten akuten Effekte auftraten, die von der Höhe der Druckeremissionen abhingen.  An der Studie nahmen 23 gesunde Kontrollpersonen, 14 Probanden mit leichtem Asthma sowie 15 Betroffene teil. Letztere berichteten von Beschwerden beim Umgang mit Laserdruckern. Jede Versuchsperson wurde unter standardisierten Bedingungen in einem speziellen Raum über jeweils 75 Minuten sowohl sehr hohen als auch sehr niedrigen Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln (UFP) ausgesetzt. Mögliche Effekte wurden mit einem umfangreichen Satz von funktionellen, biochemischen, psychologischen und psychometrischen Methoden erfasst. Beide Expositionen erfolgten in zufälliger Reihenfolge an zwei verschiedenen Tagen. Die verwendeten Laserdrucker wurden aufgrund ihrer Partikelemissionsraten sowie der chemischen Zusammensetzung und Größenverteilung der erzeugten Partikel aus einem Pool von Geräten ausgewählt, den die BAM aufgebaut und hinsichtlich des Emissionsverhaltens charakterisiert hatte.

Schlüsse auf Langzeiteffekte kann diese Studie nicht oder nur begrenzt geben, da sie die akuten Auswirkungen untersucht. Ebenso lässt sich keine Aussage darüber treffen, ob Auswirkungen auf Organsysteme bestehen, die in der Studie nicht untersucht wurden, oder verzögerte Effekte auftreten, die erst nach ein paar Tagen im Anschluss an die Exposition sichtbar werden. Bei der Auswahl der Messgrößen wurde allerdings darauf geachtet, solche zu verwenden, für die kurzzeitige Effekte möglich oder sogar wahrscheinlich erscheinen. Ungeachtet dieser Einschränkungen engen die Ergebnisse den Raum der in plausibler Weise zu behauptenden, objektivierbaren Effekte einer Exposition bedeutend ein.

Nach Auffassung der Autoren ist die Kurzzeit-Exposition in der erfolgten Art aus klinischer Perspektive nicht als besorgniserregend einzustufen, obwohl Personen untersucht wurden, die man aus anamnestischer und/oder physiologischer Sicht als besonders empfindlich vermuten würde. Die Ergebnisse sprechen nicht dafür, dass hohe Laserdruckeremissionen einen Krankheitsprozess auslösen, der dem Spektrum der berichteten, auf Laserdrucker zurückgeführten Erkrankungen entspricht. Ungeachtet dessen erscheinen Maßnahmen zur Expositionsreduktion und -vermeidung sinnvoll, um Belästigung durch den Druckerbetrieb soweit wie möglich zu verringern. Dies dient auch dazu, bei Betroffenen den Leidensdruck durch die Tatsache der Exposition zu vermindern, den die psychologischen Befunde der Studie unabhängig von der Expositionshöhe unterstreichen.


 

Ein ausführlicher Bericht über die Studie ist auf der Internetpräsenz der DGUV zu finden:  http://www.dguv.de/webcode/d117060

Ansprechpartner:

Priv. Doz. Dr. Rudolf Jörres

Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin

Klinikum der Universität München (LMU)
Campus Innenstadt

Telefon: +49 (0)89/4400-52466
E-mail: rudolf.joerres@med.uni-muenchen.de

 

PDF-Download: PM 15 / 2014

 
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