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10.10.2018 13:00

LMU-Hightech-Medizin ist beim Breitensport im Einsatz

Mini-Herz-Lungen-Maschine der LMU-Herzchirurgie steht für Notfälle beim München Marathon am Sonntag bereit

In einem Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes wird ein Team der LMU-Herzchirurgie beim München-Marathon am 14. Oktober bereit stehen, um in Notfällen Hightech-Hilfe zu leisten. Zum Einsatz kommt erstmals eine Mini-Herz-Lungen-Maschine, wie sie sonst bei Rettungsflügen oder -transporten von Patienten mit Herzversagen, kardiogenem Schock oder Lungenversagen verwendet wird. Das Gerät ist eine Entwicklung von Frank Born, Kardiotechniker und Bioingenieur am Klinikum der LMU, den Ärzten der Herzchirurgie und der Firma Stöckert in München. "Mit diesem Gerät ist es möglich, bislang nicht transportfähige Patienten in ein Zentrum der Maximalversorgung, wie z.B. das LMU-Klinikum, zu transportieren", erklärt Born.

Leider kommt es bei großen Lauf-Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern immer wieder zu schweren, mitunter auch tödlichen Unfällen durch Herz-Kreislauf-Versagen. Erst Ende September verstarb beim Marathon in Ulm ein 30-jähriger Läufer trotz Reanimation und Transport in eine Klinik. Und im irischen Cardiff kam es Anfang Oktober sogar zu zwei Todesfällen unter den 25.000 Teilnehmern eines Halbmarathons, obwohl auch die beiden betroffenen Läufer nach Erstversorgung vor Ort unmittelbar in eine Uniklinik transportiert worden sind.

"In extremen Fällen wie Herzversagen zählt jede Minute", betont Prof. Dr. Christian Hagl, Direktor der LMU-Herzchirurgie. Die Mini-Herz-Lungenmaschine (Extracorporeal Life Support, ECLS) der LMU-Herzchirurgie in Verbindung mit einem Rettungswagen gleicht einer mobilen Intensivstation. "Damit können selbst Patienten mit schweren Erkrankungen längere Zeit stabilisiert und in die Klinik zur weiteren Versorgung, zum Beispiel einer Operation, transportiert werden", erläutert Herzchirurg Prof. Hagl, der das ECLS-Programm gemeinsam mit Privatdozentin Dr. Sabina Günther auf der ärztlichen Seite leitet.

Die Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine im Kleinformat geht auf ein Erlebnis von Kardiotechniker Frank Born zurück. Er konnte 2006 einen jungen Sportler nicht mehr retten, der mit schweren Herzproblemen in eine Klinik am Bodensee eingeliefert wurde und eigentlich in ein spezialisiertes Herzzentrum verlegt hätte werden müssen. Der Patient konnte aber nur mehr mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine am Leben erhalten werden. Diese war für einen Transport jedoch zu groß. Der Patient erlag seiner Erkrankung. Von diesem Ereignis ausgehend setzte sich Born mit der Medizintechnikfirma Stöckert in Verbindung, um ein mobiles Gerät zu entwickeln, das im Prinzip vorübergehend die Intensivstation ersetzt. Dadurch ist es möglich, schwerkranke Patienten mit einem Rettungswagen oder einem Rettungshubschrauber auch über längere Strecken zu transportieren. Die tragbare Herz-Lungen-Maschine kam auch schon bei Langstreckenflügen zum Einsatz.



Ansprechpartner:

Prof. Dr. Christian Hagl

Direktor Herzchirurgische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München, Campus Großhadern
Audio-Icon +49 89 4400 72951
E-Mail-Icon christian.hagl@med.uni-muenchen.de


Frank Born

Leitender Bioingenieur und Leiter Kardiotechnik
Herzchirurgische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München, Campus Großhadern
E-Mail-Icon frank.Born@med.uni-muenchen.de

 

 

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