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29.08.2018 10:00

Prof. Nikolaos Tsilimparis wird Direktor der neuen Abteilung für Gefäßchirurgie am LMU-Klinikum

Arterielle und venöse Gefäßerkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten, von Krampfadern bis zum Aortenaneurysma, der Erweiterung der Hauptschlagader. In deutschen Krankenhäusern werden jährlich mehr als 400.000 gefäßmedizinische Hauptdiagnosen erfasst, in der Hälfte der Fälle wird operiert. Die Zahlen werden erheblich steigen, weil die Menschen immer älter werden. Um dem zunehmenden Bedarf in der Bevölkerung an der Behandlung vaskulärer Erkrankungen Rechnung zu tragen, gibt es ab dem 1. September 2018 am LMU-Klinikum ein Spezialzentrum für Gefäßchirurgie. Direktor der neu gegründeten Abteilung ist Prof. Dr. Nikolaus Tsilimparis. Er kommt vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und verfügt über eine hervorragende Expertise mit dem Schwerpunkt Aortenchirurgie.

Als spezielles Knowhow bringt Prof. Tsilimparis die endovaskuläre Chirurgie des Aortenbogens und der Aorta ascendens (=aufsteigend) mit, wie sie in dieser Form in München nicht verbreitet ist. Hier betont er die enge Zusammenarbeit mit der LMU-Herzchirurgie für die Etablierung eines solchen komplexen Programmes in diesem Aortenabschnitt. Zusätzlich ist Prof. Tsilimparis einer der wenigen Spezialisten weltweit, der Stentprothesen mit Öffnungen und Seitenarmen (fenestrierte-gebranchte Stentprothesen) für den Notfall selbst modifizieren kann. Diese Spezialtechnik hat er sich während seines Fellowships an der Emory Universität in Atlanta/USA angeeignet. Stentprothesen schienen und dichten ein Gefäß von innen ab.

Neuorientierung der Gefäßmedizin am Klinikum

Im Zuge der Neuorientierung der Gefäßmedizin am LMU-Klinikum soll parallel das bestehende Gefäßzentrum weiterentwickelt werden. Kooperationspartner sind in diesem Verbund Prof. Dr. Ulrich Hoffmann, Sektion Angiologie, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Campus Innenstadt, und Prof. Dr. Jens Ricke, Klinik und Poliklinik für Radiologie. Prof. Dr. Tsilimparis: "Wir werden ein überregionales Referenzzentrum für komplexe Gefäßpathologien aufbauen und wollen auch für Patienten mit akuten Erkrankungen die zentrale Anlaufstelle sein. Bei uns arbeiten alle Spezialisten unter einem Dach zusammen, Angiologen, Kardiologen, Herzchirurgen, Gefäßchirurgen und die benachbarten Fachdisziplinen wie Radiologie, Neuroradiologie, Neurologie, Nephrologie. Wir verstehen diesen Schwerpunkt am Campus Großhadern als optimale Ergänzung für die zahlreichen etablierten Gefäßabteilungen im Münchner Raum. Bei ihnen erfolgt bereits die Grund- und Regelversorgung; uns sehe ich insbesondere als interdisziplinäre Einrichtung für Patienten mit komplexen Gefäßerkrankungen, die ein universitäres Setting benötigen. Unser Ziel ist es, alle Patienten zu übernehmen, die uns zugewiesen werden. Insbesondere wird Patienten mit komplexen Aortenpathologien auch auf der Intensivstation eine Priorität erteilt."

Forschung: Entwicklung neuer Technologien im Vordergrund

Die Gefäßchirurgie verfügt zum Start über eine Station mit 20 Betten und wird für Zuweiser rund um die Uhr erreichbar sein. Die enge Zusammenarbeit mit der Allgemeinchirurgie (jetzt: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie) wird fortgesetzt. Das Fachgebiet Gefäßchirurgie gehörte ihr an, bevor die selbstständige Abteilung geschaffen wurde. Prof. Tsilimparis: "Wir werden uns, bedingt durch die Neugründung, erst mal in klinischer Forschung engagieren. Im Fokus stehen dabei Entwicklung und Erforschung neuer Technologien für Patienten. Dafür werden wir die besten Leute zu uns holen. Wir haben die Verpflichtung einer Universität zu erfüllen, sowohl bei experimenteller Forschung als auch bei klinischer."

Die Abteilung Gefäßchirurgie deckt künftig das folgende Behandlungsspektrum ab: Aortenaneurysmen, Aortendissektion, Karotischirurgie, Periphere arterielle Verschlusskrankheit  (PAVK, "Schaufensterkrankheit"; Claudicatio intermittens), Krampfadern (Varizen) und Shunt-Chirurgie (Dialysezugänge; Dialysekatheter-Anlage). Prof. Tsilimparis: "Wir decken natürlich überwiegend die normale Maximalversorgung ab, die meisten Patienten sind nicht die mit außergewöhnlichen Erkrankungen der Aorta. Zum parallel bestehenden Gefäßzentrum ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte, dort stehen die konservative Therapie (z. B. medikamentös) und die nicht invasive Diagnostik in Fokus, etwa bei der PAVK und venösen Erkrankungen. Das spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung."

 

Der Werdegang

Prof. Dr. Tsilimparis (Jahrgang 1979) war seit 2015 stellvertretender Leiter des Deutschen Aortenzentrums Hamburg und Oberarzt in der Klinik für Gefäßmedizin des Universitären Herzzentrums. Gebürtig auf Korfu/Griechenland, studierte er Humanmedizin an der Aristoteles Universität in Thessaloniki/Griechenland und an der Charité Universitätsmedizin Berlin. 2009 Promotion durch die Charité Universitätsmedizin Berlin, 2011 Facharzt für Chirurgie, 2012 Aortic Fellowship in der Emory University School of Medicine, Atlanta/USA, 2014 Habilitation für das Fach Gefäßchirurgie, Universität Hamburg, 2015 Facharzt für Gefäßchirurgie. Auslandserfahrung u. a. University of California, San Francisco; Mayo Clinic, Rochester/USA. Der Chirurg ist mehrfach ausgezeichnet, Autor von mehr als 150 Publikationen und Buchkapiteln, Mitglied in den führenden Fachgesellschaften sowie als Reviewer für renommierte Fachzeitschriften tätig.


Ansprechpartner:

Prof. Dr. Nikolaos Tsilimparis, FEBVS, FACS
Direktor der Abteilung für Gefäßchirurgie
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität
Campus Großhadern
Audio-Icon 089/4400-76510
E-Mail-Icon nikolaos.tsilimparis@med.uni-muenchen.de

 

 

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