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Ausgezeichnete Psychiatrie am LMU-Klinikum

24.10.2017 - Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) vergab in diesem Jahr Forschungspreise in einem Gesamtvolumen von 60.000 Euro an aufstrebende Nachwuchswissenschaftler als auch bereits anerkannte Forscher, die mit ihren Arbeiten zu verbesserten Kenntnissen über psychische Erkrankungen beitragen. Prof. Dr. Nikolaos Koutsouleris und Privatdozent Dr. Alkomiet Hasan von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum der Universität München wurden jeweils mit einem Preis ausgezeichnet.

Der mit 10.000 Euro dotierte DGPPN-Forschungspreis für prädiktive, präventive und personalisierte Medizin in Psychiatrie und Neurologie geht an Prof. Dr. med. Nikolaos Koutsouleris von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum der Universität München.

Die Fachjury würdigt damit seine Arbeiten zur individualisierten Risikostratifikation in den Vor- und Frühphasen psychotischer Erkrankungen. Damit wird der mögliche große Nutzen neuroanatomischer, neurokognitiver und klinischer Mustererkennungsalgorithmen für eine individualisierte Prognostik psychiatrischer Erkrankungen belegt. Mit Hilfe der Vorhersagemodelle könnte zukünftig eine, an die Diversität der klinischen Versorgungsrealität angepasste IT- und Biomarker-gestützte prädiktive Psychiatrie entwickelt werden, die zu einer deutlich verbesserten Prävention psychotischer Erkrankungen beiträgt.

Dr. Alkomiet HasanDie DGPPN verleiht in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten DGPPN-Preis zur Erforschung von psychischen Erkrankungen im Jahr 2017 an zwei Wissenschaftler.
PD Dr. med. Alkomiet Hasan von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wird für seine Grundlagenarbeiten im Bereich Humanphysiologie, translationale Arbeiten im Bereich angewandte Neurostimulation und wissenschaftstheoretische Arbeiten in den Bereichen Leitlinienentwicklung und evidenzbasierter Psychiatrie ausgezeichnet. Im Bereich der Humanphysiologie konnte er zeigen, dass die plastische Kapazität von Patienten mit einer Schizophrenie abhängig ist von der Adaptationsfähigkeit des Hippocampus, vom Tabakkonsum und vom Krankheitsstadium. Er konnte verschiedene Leitlinien für die biologische Behandlung der Schizophrenie publizieren und hat kürzlich eine entsprechende Adaptation für den primären Versorgungssektor vorgelegt.

Mit diesem Preis fördert die DGPPN junge Wissenschaftler, die mit herausragenden Forschungsarbeiten und zukunftsweisenden Modellen zu bedeutsamen Entwicklungen im Bereich der psychischen Erkrankungen und deren Behandlung beitragen. Innovative theoretische, klinische oder experimentelle Forschungskonzepte werden ausdrücklich begrüßt. Kriterien für die Vergabe des Preises sind insbesondere die Relevanz der Forschungsergebnisse für die Versorgung von psychisch erkrankten Menschen sowie die methodische Qualität der Untersuchung.

Quelle: DGPPN