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Prof. Bernhard Zwißler übernimmt Präsidentschaft der DGAI

16.01.2017 - Für Prof. Dr. Bernhard Zwißler beginnt das neue Jahr mit vielen spannenden Aufgaben. Als Direktor der Klinik für Anaesthesiologie am LMU-Klinikum übernimmt der Mediziner ab Januar 2017 für zwei Jahre das Amt des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI). 2016 bekleidete Prof. Zwißler bereits das Amt des Vizepräsidenten der DGAI. Im Fokus der nächsten Jahre stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit auf unterschiedlichen Ebenen, z.B. durch Optimierung der Laienreanimationsquote bei Herz-Kreislaufstillstands, durch Etablierung sog. Medizinischer Einsatzteams zur Früherkennung und –behandlung bei kritischer Erkrankung, die vermehrte Umsetzung des Konzepts des 'Patient Blood Managements', aber auch durch Nutzung von 'Big data' und eine Fokussierung auf Fragen der Versorgungsforschung.

Prof. Zwißler, der dieses Jahr als Direktor der Klinik für Anaesthesiologie sein 10-jähriges Jubiläum feiert, freut sich über sein neues Amt als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin: "Die DGAI sieht sich zu allererst der Patientensicherheit verpflichtet. Wir werden die sehr erfolgreichen Aktivitäten zur Verbesserung der Qualität der Wiederbelebung nach Herz-Kreislaufstillstand intensivieren und die entsprechende Ausbildung auch in die Schulen tragen (Projekt 'Kids save lives'). Auch innerhalb von Krankenhäusern kommt die sachgerechte Diagnose und Therapie von kritisch kranken Patienten nicht selten zu spät. Die DGAI hält daher die Etablierung sog. Medizinischer Einsatzteams (MET) für erforderlich und wird dieses Konzept – in enger Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie – vorantreiben."

"Ähnliches gilt für die Verbesserung der Patientensicherheit durch die konsequente Etablierung und Umsetzung des Konzepts des 'Patient Blood Managements' (PBM). Der noch immer skeptisch-ablehnenden Einstellung der Öffentlichkeit zur modernen Intensivmedizin soll mit der Aufklärungskampagne 'Zurück ins Leben' begegnet werden, die anlässlich des Deutschen Anästhesiekongresses im Mai 2017 offiziell gestartet wird. Die Kampagne wird einen wichtigen Beitrag dafür leisten, Intensivmedizin zu entdämonisieren und deren positive Bedeutung ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken."

Anästhesisten sind sowohl präklinisch als auch in der Klinik bei sehr vielen Patienten direkt an der Behandlung beteiligt und kennen deren Krankengeschichten. "Wir werden uns gezielt im Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung engagieren, elektronische Dokumentationssysteme (PDMS) verstärkt zum Erkenntnisgewinn nutzen, die bereits erfolgreichen Aktivitäten zum Aufbau von prospektiven Patientenregistern (z.B. Deutsches Reanimationsregister) ausbauen sowie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Versorgungsstrukturen (z.B. Tele-Notfall- und Intensivmedizin) leisten", erklärt Prof. Zwißler.

Die DGAI wurde 1953 gegründet und ist mit derzeit über 15.000 ärztlichen Mitgliedern eine der größten wissenschaftlichen Fachgesellschaften in der Medizin in Deutschland. Die DGAI ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie (ESA) und der Weltanästhesiegesellschaft (WFSA).