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Klinikfotograf Andreas Steeger erhält Organpaten-Preis

01.06.2016 - Andreas Steeger, seit 1992 als Fotograf am Klinikum der Universität München, bekam den Organpaten-Preis der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In Deutschland warten derzeit über 11.000 schwerkranke Männer, Frauen und Kinder auf eine Organtransplantation, manche von ihnen viele Jahre. Drei dieser Menschen sterben täglich, noch bevor sie ein Spenderorgan bekommen.

Andreas Steeger, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Quelle: BZgA) Andreas Steeger, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Quelle: BZgA)

Bei Umfragen gibt die Mehrheit der Deutschen immer gerne zu Protokoll, wie bedeutsam sie das Thema Organspende findet, doch nur jeder vierte besitzt wirklich einen Spenderausweis. Umso wichtiger ist, Menschen zu motivieren, einen Ausweis auszufüllen und immer bei sich zu tragen.

Andreas Steeger, seit 1992 Fotograf am Klinikum, nahm sich des Themas auf besondere Art und Weise an: Er konzipierte eine Bilder-Serie, bei der jeweils zwei völlig unterschiedliche Personen zu sehen sind, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Der Slogan dazu: "Na und! Ich schenk’ mein Herz, wem ich will!" Eine provozierende, ästhetische, gelungene Werbung für das Thema Organspende. Das sah auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) so – und verlieh Andreas Steeger den Organpaten-Preis in der Kategorie Community. Die Auszeichnung übergab Gesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin.

„Es gibt kaum ein Thema in unserer Gesellschaft, das so polarisiert und so verdrängt wird, wie die Frage der Organspende“, sagt Andreas Steeger. Der Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter wollte besonders junge Menschen mit seiner Kampagne ansprechen. „Ich wollte etwas finden, dass sie aus ihrer passiven Haltung lockt, ohne dabei an das schlechte Gewissen des Einzelnen zu appellieren, ohne den Gebrauch von schockierenden Sensationsbildern und ohne den erhobenen Zeigefinger“, beschreibt er seine Überlegungen. Sind er oder seine Familie von dem Thema Organspende persönlich betroffen? „Zum Glück nicht“, sagt der Fotograf. „ Aber in meinem beruflichen Alltag als Klinikfotograf habe ich regelmäßig mit betroffenen Patienten und ihren Angehörigen zu tun. Dieses tägliche Erleben hat mich für das Thema Organspende sensibilisiert.“ Im Klinikum liegt unter anderem eine schwer herzkranke Zwei-Jährige, die seit über einem Jahr auf ein neues Organ wartet. „Das geht mir natürlich nahe“, sagt Steeger. „Dieses kleine Mädchen und viele andere Patienten haben mich zu meiner Organspende-Kampagne motiviert.“ Am 4. Juni ist übrigens Tag der Organspende – eine weitere Gelegenheit, mit Familie und Freunden über das Thema zu sprechen und eine Entscheidung zu fällen. 

 
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