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Helmut-Bauer-Nachwuchspreis 2015

Multiple-Sklerose-Forschung ausgezeichnet

Bereits zum zwölften Mal wurde der Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose (MS)-Forschung vergeben. Der Preis des Jahres 2015 geht zu gleichen Teilen von jeweils 5.000 Euro an zwei LMU-Nachwuchswissenschaftlerinnen der Neuroimmunologie. Mit der Prämierung der Arbeiten von Dr. Franziska Thaler und Dr. Sarah Laurent honoriert die Jury Forschungsergebnisse, die zur Entdeckung eines neuen biologischen Prinzips zur Regulation von B-Zellen mit direkter Bedeutung für die Multiple Sklerose geführt haben.

Der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis geht zu gleichen Teilen an Dr. Sarah Laurent und Dr. Franziska Thaler. Beide Nachwuchswissenschaftlerinnen sind zurzeit am Institut für Klinische Neuroimmunologie des Klinikums der Universität München tätig. Die Preisverleihung fand statt am 10. Februar 2016 während der 26. Multiple-Sklerose-Lecture an der Universitätsmedizin Göttingen. Das Preisgeld für den Helmut-Bauer-Nachwuchsförderpreis für Multiple Sklerose-Forschung wurde von der Firma Biogen gestiftet.

Die Multiple Sklerose ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Gehirns und Rückenmarks, die bereits im jungen Erwachsenenalter zur Behinderung führen kann. Verschiedene Zellen des Immunsystems sind an der Bildung der typischen Schädigungen in Gehirn und Rückenmark beteiligt. Sogenannte B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen stehen dabei in den letzten Jahren zunehmend im Mittelpunkt der Multiple-Sklerose-Forschung. Therapien, die die B-Zellen im peripheren Blut entfernen, haben sich für die Behandlung der Multiplen Sklerose als äußerst wirksam erwiesen.

Die beiden Preisträgerinnen, Dr. Sarah Laurent und Dr. Franziska Thaler, haben sich in ihren Arbeiten im Detail mit dem Überleben von B-Zellen beschäftigt und die Regulation und Aktivierung von B-Zellen bei der Multiplen Sklerose weiter aufgeklärt. Das Überleben der B-Zellen wird durch drei Rezeptoren und zwei Liganden reguliert. Dr. Hoffmann und Dr. Laurent konnten in ihren Untersuchungen zur Regulation dieser Rezeptoren und Liganden lösliche Komponenten dieser Rezeptoren als potentielle Biomarker für die Erkrankung MS aufzeigen. Sie fanden heraus, dass die löslichen Rezeptoren im Nervenwasser (Liquor) von MS-Patienten erhöht sind und mit der Immunglobulinproduktion im Liquor korrelieren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche löslichen Rezeptoren als Biomarker für die Beteiligung von B-Zellen bei der MS eine Rolle spielen.

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Dr. Franziska Thaler (geb. Hoffmann)
erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema "The lmmunoregulator Soluble TACI ls Released by ADAM 10 and Reflects B Cell Activation in Autoimmunity". Die Studie ist im Februar 2015 im amerikanischen Journal of Immunology erschienen und entstand unter der Leitung von Prof. Dr. Edgar Meinl.


 

Laurent-Sarah_NeuroImmDr. Sarah Laurent erhielt den Preis für ihre Arbeit zum Thema "y-secretase directly sheds the survival receptor BCMA from plasma cells". Die Studie ist im Juni 2015 im Journal Nature Communications erschienen und entstand ebenfalls unter der Leitung von Prof. Dr. Edgar Meinl.


Quelle: Universitätsmedizin Göttingen (UMG)