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Patientenversorgung

Neues Angebot für Ethikberatung am LMU-Klinikum

23.09.2016 - Zu Beginn dieses Jahres wurde am Klinikum der Universität München ein Ethikkomitee gegründet, um die Mitarbeiter bei ethischen Fragen der Patientenversorgung zu unterstützen. Die Mitglieder wurden vom Vorstand des Klinikums aus den Bereichen ärztlicher Dienst, Pflege, Medizinethik, Klinikseelsorge, Sozialdienst und Forschungsethikkommission in das Komitee berufen. Mitarbeiter, Patienten und deren Angehörige können ab sofort den Service der Ethikberatung in Anspruch nehmen.

Fallbesprechungen sind an einigen Universitätskliniken bereits etabliert und haben sich bewährt, um sich innerhalb von Behandlungsteams sowie mit Patienten und Angehörigen über ethische Fragen der Patientenversorgung zu verständigen. Sie können helfen, Behandlungsentscheidungen zu treffen und umzusetzen und sich positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie auf die Qualität der Patientenversorgung auswirken.

Ethische Fallbesprechungen können grundsätzlich von allen Mitarbeitern des Klinikums sowie von Patienten und Angehörigen angefordert werden. In der Regel wird der Vorschlag zunächst im Behandlungsteam abgestimmt und dann das Ethikkomitee informiert. Für informelle Vorgespräche über die Möglichkeit einer Beratung stehen die Mitglieder und die Geschäftsstelle des Klinischen Ethikkomitees gerne zur Verfügung.

Ethische Fallbesprechungen zu individuellen Patienten

Das Klinische Ethikkomitee am LMU-Klinikum führt Informationsveranstaltungen und Fortbildungen zur klinischen Ethik durch und bietet ethische Fallbesprechungen auf den Stationen zu individuellen Patienten an. Dabei wird im Behandlungsteam darüber beraten, welche weitere Vorgehensweise bei Patienten in ethisch komplexen Situationen am besten begründet ist.

Das Gespräch wird von einem Ethikberater moderiert und nach einer bewährten, von Prof. Dr. Georg Marckmann entwickelten Vorgehensweise strukturiert. "Im Grunde geht es darum, die Wahrnehmungen und Wertungen aller Beteiligten systematisch aufzuarbeiten und sich dabei an grundlegenden medizinethischen Prinzipien zu orientieren", erläutert Prof. Marckmann, Leiter des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin. Ziel sei es, die Situation des Patienten deutlicher und umfassender einzuschätzen und damit eine verlässlichere Bewertungsgrundlage für das weitere Vorgehen zu erlangen. Die Entscheidung verbleibt beim verantwortlichen Arzt oder Ärztin und dem Patienten bzw. dessen Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer.

Fortbildung der Komitee-Mitglieder

Um Mitgliedern des Klinischen Ethikkomitees, die bislang noch nicht in klinischer Ethikberatung fortgebildet sind, an die Aufgabe der Moderation ethischer Falldiskussionen heranzuführen, bot Prof. Marckmann als zertifizierter Trainer für Ethikberatung im Gesundheitswesen eine ganztägige Fortbildung nach dem Curriculum "Ethikberatung im Krankenhaus" der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) an. Die Teilnehmer konnten sich anhand praktischer Übungen mit Fallbeispielen aus der eigenen klinischen Praxis einen Eindruck von Ablauf und Nutzen einer ethischen Fallbesprechung machen. "Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die zukünftig gerne in der Ethikberatung im Klinikum tätig sein möchten, werden wir intensiv schulen und in der Praxis begleiten", erklärt der Medizinethiker und Geschäftsführer des Ethikkomitees, Dr. Oliver Rauprich. Man biete jedoch schon jetzt mit einer kleineren Gruppe erfahrener Berater ethische Fallbesprechungen im gesamten Klinikum an und habe erste Moderationen durchgeführt.

Das Klinische Ethikkomitee wird geleitet von Prof. Dr. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin als Vorsitzende, Prof. Dr. Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (stellvertretender Vorsitz), und Privatdozent Dr. Oliver Rauprich als akademischer Geschäftsführer.

Ansprechpartner:

PD Dr. Oliver Rauprich, Dipl.-Biol.

Akademischer Geschäftsführer des Klinisches Ethikkomitees

Klinikum der Universität München

Campus Innenstadt

Audio-Icon 089/4400-52749

E-Mail-Icon oliver.rauprich@med.uni-muenchen.de