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Entstehung von Aldosteronismus und Atherosklerose im Fokus

Zwei Advanced Grants des ERC für Forschungsprojekte am Klinikum

20.05.2016 - Die aktuellen Forschungsprojekte von Prof. Martin Reincke und Prof. Christian Weber werden mit zwei Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) unterstützt. Diese ERC-Grants laufen über einen Zeitraum von fünf Jahren und stellen den beiden Wissenschaftlern insgesamt fünf Millionen Euro für ihre Arbeiten zur Verfügung.

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Prof. Martin Reincke

Prof. Martin Reincke, Endokrinologe und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV, widmet sich in seinem Projekt „PAPA; Pathopsychology of Primary Aldosteronism“ der Erforschung des Hormons Aldosteron, das Blutdruck und Wasserhaushalt des Körpers steuert. Bisher konnte der Auslöser für den Anstieg des Hormons nicht ausfindig gemacht werden, obwohl der sogenannte Aldosteronismus als zweithäufigste Ursache für Bluthochdruck gilt. Prof. Reincke hat es sich zum Ziel gesetzt, die molekularen Mechanismen des Aldosteronismus und die Einwirkung von genetischen Faktoren zu analysieren sowie aus den Erkenntnissen neue Behandlungsmöglichkeiten abzuleiten.

Als Direktor des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten am LMU-Klinikum und Inhaber des Lehrstuhls für Vaskuläre Medizin gehört Prof. Christian Weber zu den wenigen Forschern weltweit, denen im Verlauf ihrer Karriere ein zweiter ERC-Grant genehmigt wurde. Der Fokus von Prof. Weber liegt bei beiden ERC-Projekten auf der Entstehung von Atherosklerose, einer Krankheit, bei der sich durch Ablagerungen in Gefäßinnenwänden Verengungen bilden und chronische Entzündungen entstehen können.

Prof. Christian Weber

In seinem ersten Projekt „Atheroprotect“ untersuchte Prof. Weber die Rolle von Signalproteinen, die die Immunantwort bei einer Entzündung kontrollieren und körpereigene Abwehr verlangsamen. Der Erforschung von Atherosklerose bleibt der Mediziner auch in seiner zweiten Arbeit treu: Unter dem Titel „PROVAS; Cell-specific -vascular protection by CXCL12/CXCR4“ sollen zelluläre Mechanismen eines Signalwegs charakterisiert werden, -der bei Gefäßerkrankungen schützende Funktionen übernimmt. In vorangegangenen genetischen Studien wurde dieser Weg bereits identifiziert und indiziert, dass sich über ihn ganze Gefäßsysteme vor Atherosklerose schützen lassen. Prof. Weber möchte basierend auf den Erkenntnissen Genvariationen aufklären und eine Möglichkeit finden, den Signalweg für neue Therapien gezielt zu modulieren.