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Allergologie

Pollenalarm: Moderne Immuntherapie und neue Medikamente

24.03.2016 - Etwa 20 Prozent der erwachsenen Bundesbürger sind von Allergien betroffen. Jedes dritte Schulkind schlägt sich mit allergischen Beschwerden herum. Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es etwa 20.000 allergieauslösende Substanzen, die Allergene. Nach dem milden Winter hat die Pollenflugsaison bereits begonnen. KLINIKUM aktuell sprach mit Dr. Moritz Gröger vom Interdisziplinären Allergiezentrum des LMU-Klinikums, wie moderne Medizin helfen kann.

KLINIKUM aktuell: Ist Heuschnupfen gefährlich?

Dr. Moritz Gröger: Das Problem ist, dass viele Menschen dazu neigen, die Beschwerden zu bagatellisieren. Sie versorgen sich mit Medikamenten aus der Apotheke, mit Tabletten, Nasenspray, Augentropfen, statt zum Arzt zu gehen. Natürlich kann man die Symptome erst mal selbst lindern. Doch um nachhaltig für seine Gesundheit etwas zu verändern, braucht man einen kausalen Therapieansatz, also eine Immuntherapie. Wenn man so an der Wurzel ansetzt, kommen die Beschwerden gar nicht erst in diesem Maße. Das wissen viele Patienten nicht.

KLINIKUM aktuell: Also rechtzeitig zum Arzt?

Dr. Moritz Gröger: Frühzeitig in die Immuntherapie einzusteigen, ist sehr sinnvoll. Je jünger der Patient, je kürzer die Erkrankungsdauer, umso besser sind die Erfolgschancen. Wenn ein Patient schon 15 Jahre verloren hat, dann hat sich in seinem Körper häufig ein breites Sensibilisierungsprofil ausgebildet mit vielen Allergien, dann besteht das Optimum an Möglichkeiten kaum mehr. Denn die Immuntherapie scheint auch einen gewissen Schutz zu bieten, dass nicht weitere Sensibilisierungen sukzessive dazu kommen. Bedauerlich, wenn Patienten nie über die Immuntherapie aufgeklärt wurden.

KLINIKUM aktuell: Gibt es neue Medikamente?

Dr. Moritz Gröger: Neu in der Immuntherapie ist, dass es wirklich sehr gut dokumentierte Präparate gibt, die in sehr großen Studienprogrammen getestet sind. Inzwischen gibt es auch klinische Prüfungen mit Kindern, das verlangen die Zulassungsbehörden. Kinder ab fünf Jahren sind beste Kandidaten für eine erfolgreiche Immuntherapie. Ganz neu ist eine Hausstaubmilbentablette, sie steht bisher nur einigen großen Zentren zur Verfügung wie bei uns. Besonders interessant dabei: Eine Studie zeigt, dass auch gerade Patienten mit nicht kontrolliertem Asthma von der Therapie mit diesem Medikament profitieren. Da ist ein Paradigmenwechsel im Gange.

Das vollständige Interview mit Dr. Gröger lesen Sie in der nächsten Ausgabe unseres Magazins KLINIKUM aktuell. Das neue Heft erscheint Anfang April und liegt an vielen Stellen des Klinikums kostenlos aus. Die PDF-Datei steht auf unserer Homepage zum gegebenen Zeitpunkt zum Download bereit.

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