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Akutgeriatrie & Altersforschung

Spezialisierte Versorgung für alte Patienten

13.01.2016 - Patienten zwischen 65 und 85 Jahren sind die zahlenmäßig am stärksten vertretene Patientengruppe an Deutschlands Kliniken. Dieser Trend wird sich weiter verschärfen, denn im Jahr 2030 wird jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Diesem demographischen Wandel hat sich auch das Klinikum der Universität München gestellt und eine Abteilung für Geriatrie (Altersmedizin) in der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV in der Ziemssenstrasse eingerichtet.

Die Geriatrie ist speziell auf die medizinische Versorgung älterer Patienten mit chronischen komplexen Krankheitsbildern und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) abgestimmt. Die zusätzliche akute Erkrankung, die häufig zur Einweisung in die Klinik führt, bringt dann das "Fass" zum überlaufen. Nicht selten verlieren die Patienten in solch einer Situation ganz massiv an Selbstständigkeit und sind anschließend nicht mehr in der Lage in ihr häusliches Umfeld zurückzukehren. "Deshalb ist in der medizinischen Behandlung der frühzeitige Einsatz rehabilitativer Maßnahmen unumgänglich", erklärt Dr. Michael Drey, Leiter der Akutgeriatrie am Klinikum der Universität München. Um eine optimale Behandlung der Patienten zu gewährleisten, steht ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften und Therapeuten, ergänzt durch den Sozialdienst, Psychologie und Seelsorge zur Verfügung. Häufig kann dadurch eine Pflegeabhängigkeit der Patienten vermieden werden.

Als erstes bayerisches Universitätsklinikum mit einer Abteilung für Geriatrie ist die Einrichtung neben der Patientenversorgung auch in Forschung und Lehre für das Fach tätig. In der Studentenausbildung besteht eine enge Kooperation mit dem Krankenhaus Neuperlach und der dortigen Abteilung für Geriatrie. Wissenschaftlich beschäftigt man sich in der Ziemssenstrasse mit dem altersabhängigen Muskelschwund, auch als Sarkopenie bezeichnet. Durch den Verlust von Muskelkraft im Alter ist häufig die Mobilität und damit die Selbstständigkeit Betroffener eingeschränkt. Im Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen sind neurologische Aspekte in der Entstehung und Therapie der Sarkopenie. Verbindungen zum häufig parallel auftretenden Knochenschwund (Osteoporose) aber auch zur Fettleibigkeit sind ebenso im Visier der Forscher.

Internet Artikel Klinikum aktuell, Ausgabe 4/2014

Ansprechpartner:

PD Dr. Michael Drey
Leiter der Akutgeriatrie - Medizinische Klinik IV
Klinikum der Universität München
Campus Innenstadt
Ziemssenstraße 1

 +49 (0)89 4400-52940
Michael.Drey@med.uni-muenchen.de