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Qualen nach Zahlen

Dyskalkulie

Dyskalkulie: Test mit 1633 Schulkindern Dyskalkulie: Test mit 1633 Schulkindern

Zwischen drei und sechs Prozent der Schulkinder leiden an einer ausgeprägten Rechenstörung. Und obendrein, auch das konnten LMU-Forscher jetzt zeigen, haben diese Kinder weit häufiger als bislang angenommen mit einer Legasthenie zu kämpfen.

 

Addieren und subtrahieren, multiplizieren und dividieren – es sind vor allem die Grundrechenarten, an denen Kinder mit Dyskalkulie scheitern. Ihnen fehlt die Vorstellung für Zahlen, für Mengen, fürs Abschätzen, fürs Überschlagen. In den Mathematikstunden kommen sie auf keinen grünen Zweig, auch wenn sie sonst passable Schüler sind. Bei einer solchen Rechenstörung oder Dyskalkulie sprechen Experten deshalb von einer Teilleistungsstörung. Rund fünf Prozent aller Schulkinder teilen dieses Schicksal. Das belegen LMU-Wissenschaftler um Professor Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, in einer aktuellen Studie. Für die Untersuchung machten sie entsprechende Tests mit 1633 Schulkindern aus dritten und vierten Klassen im Münchner Raum.

Die Rechenstörung kann die schulische und psychische Entwicklung der Kinder massiv beeinträchtigen. Sie haben Angst vor der Schule, fürchten sich vor dem Versagen, davor, dass sie vor der Klasse bloßgestellt werden. Wo es geht, behelfen sie sich mit Vermeidungsstrategien. Sie entwickeln ein negatives Selbstbild, lassen in der Schule schließlich auch das verkümmern, was sie können. Spätestens, wenn der Übertritt auf eine weiterführende Schule ansteht, verbaut das Versagen in Mathematik den Kindern meist die Bildungschancen.

Dass Kinder an einer Dyskalkulie leiden, beklagt Schulte Körne, werde im Schulalltag immer noch zu häufig zunächst übersehen. Und anders als für die Lese- und Rechtschreibstörung gibt es für die Dyskalkulie in Bayern keine schulrechtliche Regelung, die die betroffenen Kinder entlastet und ihre Lernvoraussetzungen verbessert, moniert Schulte-Körne. „Das kann bei einer Krankheit, die auch biologische Ursachen hat, nicht angehen.“ Dabei wäre es möglich, den Kindern bei Klassenarbeiten eine Zeitverlängerung einzuräumen, Hilfsmittel an die Hand zu geben und schließlich bei ihnen in dem Fach die Notengebung auszusetzen.

 


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