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Die Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie erfüllt neue Anforderungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Neue Zertifizierung zur Versorgung schwerster Unfallverletzungen

Eine große Bestätigung hervorragender Arbeit: Die Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie hat zum 1. Januar 2014 die Zulassung zum neuen Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erhalten. Damit ist die Klinik berechtigt, Patienten mit schwersten und komplexen Verletzungen nach einem Arbeits- und Wegeunfall zu behandeln. „Das neue Verfahren setzt hohe Anforderungen an die teilnehmenden Kliniken und bildet die höchste Versorgungsstufe im neuen System der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ab“, erklärt Klinikdirektor Prof. Dr. Wolf Mutschler.

Kliniken, die Patienten nach den Vorgaben des neuen Schwerstverletzungsartenverfahrens (SAV) behandeln wollen, müssen einen umfangreichen Katalog von Qualitätskriterien erfüllen. Maßgeblich sind hier unter anderem die Anforderungen, die die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) für überregionale Traumazentren festgelegt hat. „Insbesondere sind bestimmte Standards hinsichtlich der fachärztlichen Kompetenz und Verfügbarkeit, der Notfallaufnahme, des OP-Bereichs, der intensivmedizinischen Versorgung und der Hygiene, aber auch der Akut-Rehabilitation und der psychischen Betreuung zu erfüllen“, so Prof. Mutschler. Außerdem  müssen die teilnehmenden Kliniken nachweisen, dass sie mindestens 75 Fälle pro Jahr behandeln, die als Schwerst- und Komplexfälle in den Geltungsbereich des neuen SAV fallen. Dazu zählen beispielsweise Patienten mit mehrfachen, schwersten Verletzungen (Polytraumata), komplexen Wirbelsäulenbrüchen, offenen Brüchen oder Schädel-Hirn-Verletzungen.

Die Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie ist – neben der Unfallklinik Murnau und dem Landeskrankenhaus Salzburg – auch eines der drei überregionalen, zertifizierten Traumazentren im Traumanetzwerk München-Oberbayern Süd.

Prof. Mutschler

Das Traumanetzwerk München-Oberbayern Süd ist ein freiwilliger Zusammenschluss von drei überregionalen, neun regionalen und dreizehn lokalen Traumazentren, Sprecher ist Prof. Dr. Mutschler (Bild rechts). Am Traumanetzwerk München–Oberbayern Süd sind neben dem Klinikum der Universität München die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau, das Krankenhaus Agatharied, die Kreiskliniken Altötting – Burghausen, die RoMed Klinik Bad Aibling, die Kreisklinik Bad Reichenhall, die Asklepios Stadtklinik Bad Tölz, das Klinikum Dachau, das Klinikum Dritter Orden, das Klinikum Fürstenfeldbruck, das Klinikum Garmisch-Partenkirchen, das Klinikum Kaufbeuren, das Klinikum Kempten, das Klinikum Landsberg, das Klinikum München-Pasing, das Klinikum München-Perlach, die RoMed Klinik Prien am Chiemsee, das RoMed Klinikum Rosenheim, das Landeskrankenhaus Salzburg, das Krankenhaus Schongau, das Klinikum Starnberg, das Klinikum Traunstein, die RoMed Klinik Wasserburg am Inn und die Kreisklinik Wolfratshausen beteiligt. Es bietet die Voraussetzung, dass für lebensgefährlich verletzte Unfallopfer eine bestmögliche 24-Stunden-Versorgung gewährleistet ist.

Im Dezember 2010 wurden die Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie als überregionales Traumazentrum sowie das Traumanetzwerk München–Oberbayern Süd zum ersten Mal offiziell zertifiziert. Die Rezertifizierung des Traumanetzwerkes ist gerade im Gange. Bereits erfolgreich rezertifiziert ist Mutschlers Klinik als überregionales Traumazentrum – auch das eine Bestätigung der hervorragenden Arbeit.

Hubschrauber am Campus Großhadern

Sowohl für die Zulassung zum Schwerstverletzungsartenverfahren als auch für die Anerkennung als überregionales, zertifiziertes Traumazentrum ist eine der zentralen Voraussetzungen das Vorhandensein eines Hubschrauberlandeplatzes, den das Klinikum der Universität am Campus Großhadern und am Campus Innenstadt unterhält. „Besonders für schwerstverletzte Patienten mit hohem Blutverlust oder dem drohenden Verlust von Gliedmaßen kann der Einsatz des Hubschraubers lebensrettend sein“, betont Prof. Dr. Mutschler. „Leider gibt es immer wieder Bürgerproteste gegen den Hubschrauberlärm, aber hier sollte man einfach daran denken, dass der Hubschrauber nur bei sehr schweren Fällen eingesetzt wird und dass sich im Ernstfall jeder für seine Angehörigen oder für sich selbst die schnellstmögliche Erstversorgung wünscht.“

 


Link: Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie