Startseite » Aktuelles » Aktuelles » Langzeit-Archiv » EU fördert Entwicklung eines Ultraschall-basierten Therapiesystems
Behandlung von Pankreaskarzinomen

EU fördert Entwicklung eines Ultraschall-basierten Therapiesystems

Unter dem Pseudonym „iPaCT – Image guided pancreatic cancer therapy“ wird seit Beginn der Jahres ein europäisches Forschungs-Konsortium unter Beteiligung der LMU im Rahmen des FP7-Health Programms gefördert. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines neuartigen Therapiesystems zur Anwendung von hochfokussiertem Ultraschall (HIFU) für die Therapie von Pankreaskarzinomen.

Pankreaskarzinom: Ultraschallbasiertes Therapiesystem Ultraschallbasierte Therapie bei Pankreaskarzinom

Neben der direkten thermischen Schädigung des Tumorgewebes durch Temperaturen > 57°C soll durch diese Technologie die zielgerichtete Freisetzung von Chemotherapeutika aus temperaturempfindlichen Nanocarriersystemen ermöglicht werden. Das Konsortium bestehend aus Technische Universität Eindhoven, Universität Utrecht und LMU sowie den industriellen Partnern Philips, Imasonics und Neagen wird über einen Zeitraum von 4 Jahren eine Magnetresonanztomographie (MRT)-gestützte  Therapiekonsole entwickeln, die den speziellen Anforderungen der Pankreaskarzinomtherapie gerecht wird. Aufgrund der komplizierten anatomischen Lagebeziehung des Pankreas zu umliegenden Organen müssen hierfür zunächst technische Lösungen entwickelt werden, die sowohl eine nicht-invasive Temperaturmessung (durch MRT-Thermometrie) als auch eine schnelle Positionskorrektur (durch diagnostischen Ultraschall) des Behandlungsfokus (HIFU) ermöglichen.

Die in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Lindner und Dr. Hossann, Medizinische Klinik III (Direktor: Prof. Dr. W. Hiddemann) entwickelten temperaturempfindlichen Nanocarriersysteme können mit Hilfe dieser Technologie zum Einsatz gebracht werden mit dem Ziel einer verbesserten Anreicherung der in der Pankreaskarzinomtherapie etablierten Zytostatika im Tumorgewebe. Die zukünftige klinische Entwicklung der Technologie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der AG Onkologie (Leiter: Prof. Dr. Heinemann) und dem Pankreaszentrum der LMU (PD. Dr. Kleespies, PD Dr. Böck). Die Prognose von Patienten mit Pankreaskarzinom ist trotz intensiver Forschungsbemühungen sehr schlecht mit einem Langzeitüberleben von < 25% selbst für Patienten mit frühen Tumorstadien und vollständiger Tumorresektion. Nur 10-15% der Patienten haben die Möglichkeit einer initialen Tumorresektion. Etwa 40% der Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein lokal-fortgeschrittenes Stadium ohne Möglichkeit einer Operation. Speziell für diese Patienten könnte die neue Therapieform einen Behandlungsfortschritt bedeuten.

 


Medizinische Klinik und Poliklinik III - Forschung, Arbeitsgruppe Liposomen der KKG Hyperthermie