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Vorstand und Mitarbeiter des Klinikums der Universität München fühlen sich durch nicht gerechtfertigte Kritik diffamiert

AOK-Bundesverband erzeugt mit veralteten Zahlen falschen Eindruck

24.01.2014 - Die Mitarbeiter des Klinikums der Universität München empfinden den Vorwurf des AOK-Bundesverbandes, dass jährlich Tausende von Patienten aufgrund von Behandlungsfehlern in den Krankenhäusern zu Tode kämen, als Diffamierung. "Hier wird aus politischem Kalkül bewusst Stimmung gegen die Kliniken und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemacht" sagt der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Karl-Walter Jauch.

Die Mitarbeiter des Klinikums der Universität München leisten Tag für Tag über 24 Stunden eine Rund-um-Versorgung und setzen sich maximal für die Betreuung und Sicherheit der Patienten ein. Mit rein spekulativen Zahlen beschädigt der AOK-Bundesverband die Arbeit der Krankenhäuser und schürt Ängste bei den Patienten, die vor allem Vertrauen zu Ärzten und Pflegenden brauchen. Einen solchen Vertrauensbruch nimmt die AOK offenbar bewusst in Kauf.

Gerd Koslowski, Kaufmännischer Direktor des LMU-Klinikums betont, dass die Zahlen, mit denen der AOK-Bundesverband an die Öffentlichkeit ging, jeder Grundlage entbehrten. "Eine acht Jahre alte internationale Studie als Basis zu nehmen und auf die aktuellen Behandlungszahlen in Deutschland hochzurechnen, ist unverantwortlich."

Behandlungsfehler, auch solche mit Todesfolge, kommen in den deutschen Krankenhäusern vor. Das Klinikum der Universität München hat aber gezielt Maßnahmen ergriffen, um solche Ereignisse zu verhindern. In den letzten Jahren wurden dazu folgende Regeln zur Patientensicherheit umgesetzt, wie beispielsweise 

  • Etablierung der Stabsstelle Klinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene mit Hygiene-Fachärzten und -Fachkräften und Hygiene-Beauftragten in der Pflege
  • Einführung eines integrierten klinischen Risikomanagement-Systems
  • Erfassung und Analyse von „Beinahe-Zwischenfällen“ mit Hilfe eines CIRS (Critical Incident Reporting System)
  • Morbiditäts- und Mortalitätsbesprechungen
  • Identifikationsarmbänder für Patienten und OP-Checklisten
  • Zentrales Datenmanagement für die verpflichtende externe Qualitätssicherung (Gesetzliche Verpflichtungen nach §137 SGB V)
  • Verfahren zur Beurteilung und Verbesserung der Ergebnisqualität
  • Durchführung regelmäßiger Patienten-Zufriedenheits-Analysen
  • Teilnahme an der Initiative Qualitätsmedizin und an weiteren Benchmarking-Projekten

 

Dies alles zu ignorieren und mit Hinweis auf eine veraltete Studie plakativ von 19.000 Toten im Jahr zu sprechen, sei unverantwortlich. Der Ärztliche Direktor, Prof. Jauch, weist darauf hin, dass die Sicherheit in den Kliniken noch nie so groß war wie heute. Um weitere Verbesserungen zu erreichen, sei es erforderlich, dass die Krankenkassen auch die finanziellen Mittel für eine angemessene Personalausstattung und ein Qualitätsmanagement zur Verfügung stellen, anstatt den Sparzwang zu erhöhen und die Qualität anzuprangern.

 


PDF-Download: Stellungnahme des VUD* zu Vorwürfen des AOK-Bundesverbandes über Behandlungsfehler in den Krankenhäusern

* Verband der Universitätsklinika Deutschlands