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Rückenschmerzen, Arthrose, Osteoporose:

Wann muss operiert werden – wann hilft eine konservative Therapie?

Orthopädie und Physikalische Medizin Fusion der Kliniken für Orthopädie und Physikalischer Medizin bringt viele Vorteile

Die Fusion zweier Kliniken am Klinikum der Universität München ermöglicht verbesserte Therapiekonzepte für die Patienten

Millionen von Menschen leiden an den Volkskrankheiten Arthrose, chronischer Rückenschmerz und Osteoporose. Und für fast jeden Erwachsenen gehören Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken immer wieder mal zum Alltag. Für all diese Erkrankungen bzw. Probleme des Bewegungs- und Stützapparates stehen reichlich operative und invasive Therapien zur Verfügung. Doch vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Operationshäufigkeit in Deutschland zeichnet sich eine Wende ab: Die konservativen Methoden rücken stark in den Vordergrund. Der Griff zum Skalpell ist nicht mehr die erste Wahl.

In diesen Rahmen passt es, dass am Klinikum der Universität zum 1. Oktober zwei Kliniken zusammengelegt wurden. Aus der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation wurde die neue Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation. Klinikchef ist Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson. Damit entsteht eine bundesweit einzigartige Einrichtung für die Arthrose, chronischer Rückenschmerz und Osteoporose an einem Universitätsklinikum. Zwischen den beiden Einrichtungen wurde immer schon eine enge Zusammenarbeit praktiziert, kommt es doch bei der Behandlung von Krankheiten des Stütz- und Bewegungssystems zu vielen komplexen Fragestellungen, die eine interdisziplinäre Entscheidungsfindung erforderlich machen.

Prof. Dr. med. Dipl. Ing. Volkmar JanssonProf. Dr. med. Dipl. -Ing. V. Jansson: „Die neue Klinik wird beide Fachgebiete noch enger vernetzen. Eine optimale Verzahnung von konservativer und operativer Therapie am Bewegungsapparat ermöglicht völlig neue Therapiekonzepte. Im Vordergrund steht die gemeinsame Planung einer individuellen Vorgehensweise. Wir verfügen über eine Vielzahl nicht-operativer Möglichkeiten. Tendenziell sollte die Entscheidung für eine Operation erst getroffen werden, wenn die konservativen Methoden keinen Erfolg bringen. Akute Notfälle sind natürlich eine Ausnahme.“

Auf höchstem Niveau können sämtliche muskuloskeletalen Krankheitsbilder einerseits in Spezialsprechstunden für den operativen Bereich (Endoprothetik, Wirbelsäule, Schulter- und Kniegelenk, Hand- und Rheumaorthopädie, Fuß, Tumor- und Kinderorthopädie) sowie andererseits im konservativen Fokus in Tageskliniken für Fibromyalgie, Osteoporose, Arthrose, chronischen Rückenschmerz und chronischen Nacken- und Schulterschmerz angeboten werden.

Für Schmerzpatienten ist die Klinik eine erste Adresse. Der geschäftsführende Oberarzt Dr. Eduard Kraft (Facharzt für Neurologie, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Ärztliche Leitung der interdisziplinären Schmerzambulanz am Campus Großhadern gemeinsam mit Frau Prof. Azad, Klinik für Anaesthesiologie) betont: „Wir haben die spezielle Schmerztherapie, die im ambulanten und tagesklinischen Setting bereits gut etabliert ist, jetzt im stationären Bereich ausgebaut und bieten multimodale Behandlungen chronischer Schmerzen an. Damit können wir nun für Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen stationäre Betten bereithalten. Bei chronischen Schmerzpatienten, die oftmals schon das gesamte ambulante Spektrum durchlaufen haben, ist eine stationäre Aufnahme manchmal notwendig, auch, weil eine schmerzpsychologische Begleitung dabei zwingend erforderlich ist.“

Zu den multimodalen Therapieverfahren zählen neben Medikamenten sämtliche physikalisch-medizinischen Maßnahmen wie Krankengymnastik, manuelle Therapie, Massagen, Hydrotherapie Thermotherapie, medizinische Trainingstherapie sowie Entspannungstechniken und ggf. Akupunktur. Die Methoden der Physikalischen Medizin werden weiterhin in gewohnter Qualität den Patienten der anderen Bereiche, z.B. Neurologie, Inneren Medizin, Pädiatrie, Psychiatrie, Gynäkologie und der verschiedenen Chirurgischen Fächern angeboten. Standortübergreifend wird die neue Klinik sowohl am Campus Innenstadt (konservativ) als auch am Campus Großhadern (konservativ und operativ) tätig sein.

 


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