Startseite » Aktuelles » Aktuelles » Langzeit-Archiv » Wiesn-Zwischenbilanz
Bei der Hauptdiagnose Alkoholintoxikation waren am ersten Wiesn-Samstag mehr Frauen als Männer betroffen

Zwischenbilanz bei der Versorgung von Wiesn-Patienten

Nothilfe Medizinische Klinik in der Ziemssenstraße Rettungswagen vor der Nothilfe

Die Notaufnahmen am Campus Innenstadt des Klinikums der Universität München sind während der Oktoberfestzeit erheblich stärker belastet als normal. Das liegt vor allem an der räumlichen Nähe zur Theresienwiese. Während die Unfallchirurgie in der Nußbaumstraße vor allem Platzwunden, Brüche und insbesondere Kopfverletzungen und Traumata versorgt, führen in der Notaufnahme der Medizinischen Klinik IV in der Ziemssenstraße in erster Linie alkoholbedingte und internistische Ursachen zur Aufnahme der Patienten.

Dr. Markus WörnleDie erste Wiesn-Woche vom Samstag den 21.9. bis Freitag den 27.9. war in der Medizinischen Klinik relativ moderat. Mit bis dahin 200 behandelten Patienten lag die Patientenzahl nur um knapp 15% über dem sonstigen Wochendurchschnitt. „Allerdings war die Zahl der Alkoholintoxikationen doch erheblich“, sagt Privat-Dozent Dr. Markus Wörnle (Bild rechts), Leiter der internistischen Nothilfe. Waren es am Wochenende vor Beginn des Oktoberfestes (14./15.9.) bei 57 behandelten Patienten 14 mit der Hauptdiagnose Alkoholintoxikation (24%), so sind es am ersten Wiesn-Wochenende bei 50 behandelten Patienten 26 mit Alkoholintoxikation (52%) gewesen. Bei den anderen Aufnahmen handelte es sich um übliche Diagnosen der inneren Medizin (pulmonaler Infekt, Herzprobleme, usw.).

Am zweiten Wiesn-Wochenende lagen der Freitag (27.9.) mit 37 behandelten Patienten und der Samstag (28.9.) mit 35 behandelten Patienten deutlich über dem Durchschnitt. Insgesamt wurden seit Beginn des Oktoberfestes (Samstag, 21.9., 12.00 Uhr) bis gestern (Sonntag, 29.9.) 85 Patienten von der Wiesn mit der Hauptdiagnose Alkoholintoxikation behandelt. Der höchste Promillewert lag bei 3,14. „Vergangenen Donnerstag war es nicht mehr möglich, die alkoholisierten Patienten allein in der Notaufnahme zu versorgen, so dass ein separater Saal zur Ausnüchterung geöffnet werden musste, was zuletzt 2011 notwendig war“, beschreibt Dr. Wörnle die Situation. „Die große Zahl von alkoholisierten Patienten zieht weitere Konsequenzen für die Notaufnahme nach sich, wie die Notwendigkeit von Einsätzen des Sicherheitsdienstes aber auch der Polizei.“ Durch randalierende Patienten wurden in diesem Jahr ein Überwachungsmonitor sowie ein neu angeschafftes Sonographiegerät erheblich beschädigt.

Am ersten Wiesn-Samstag überwogen übrigens die Patientinnen mit Alkoholintoxikation: 10 Frauen gegenüber 8 Männern mussten in der Nothilfe der Medizinischen Klinik IV in der Ziemssenstraße behandelt werden. Beim Höchstwert lag jedoch ein Mann mit 2,5 Promille noch knapp vor einer Frau mit 2,4 Promille.

Dr. Viktoria BognerAuch in der chirurgischen Notaufnahme der Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand- und Plastische Chirurgie in der Nußbaumstraße herrscht zur Wiesn-Zeit ein größerer Andrang. „Rund 30 Prozent mehr Patienten behandeln wir während der Oktoberfesttage“, schildert Dr. Viktoria Bogner (Bild links), ärztliche Leiterin der Notaufnahme, ihre Erfahrungen. „Die ´schlimmste´ Nacht bislang war die vom vergangenen Samstag auf Sonntag, da haben wir etwa drei Mal so viel Patienten gehabt wie im Durchschnitt.“ Acht Liegeplätze und zwei bis drei Sitzplätze stehen für die Patienten zur Verfügung. Wird der Andrang größer, werden auch schon mal Liegen im Flur aufgestellt.