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Ein Jahr Frauenmilchbank für Frühgeborene am Perinatalzentrum München-Großhadern

Muttermilch – mehr als ein Lebensmittel

11.04.2013 -

Bis in die 1970er Jahre waren Frauenmilchbanken für Neugeborene in Kinderkliniken in den Industrieländern weit verbreitet. Im Zusammenhang mit der AIDS-Epidemie und dem Wissen um die Möglichkeit der Übertragung von HIV über Muttermilch wurde der Betrieb von Frauenmilchbanken flächendeckend auch in Europa eingestellt – mit Ausnahme einiger Kliniken in der DDR. Erst in jüngster Zeit ist in Europa wieder ein Trend zur Gewinnung von humaner Spendermilch für schwerkranke Frühgeborene zu verzeichnen, nachdem Maßnahmen (wie bei der Blutspende) deren infektiologische Sicherheit weitestgehend garantieren können. Als die Frühgeborenenstation des Perinatalzentrums München Großhadern der LMU vor einem Jahr ihre Frauenmilchbank in Betrieb nahm, war dies die erste Neugründung in Westdeutschland seit Jahrzehnten – und die erste in den „alten“ Bundesländern. Derzeit gibt es deutschlandweit elf Frauenmilchbanken: zehn im Osten des Landes, eine in München.

Inzwischen hat die Frauenmilchbank am Perinatalzentrum Großhadern für 45 kleine Frühgeborene mehr als 30 Liter native Frauenmilch bereitgestellt, gespendet von Frauen, die ihr Kind auf der Station geboren haben und ihren Milchüberschuss gern den Kleinsten der Kleinen zukommen lassen wollten. „Von Anfang an bestand eine unerwartet hohe Bereitschaft unserer Mütter zur Spende wie auch zur Einwilligung für den Empfang.“, sagt Prof. Dr. Andreas Schulze, Leiter der Neonatologie und Neugeborenen-Intensivpflege am Perinatalzentrum München-Großhadern.

 


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