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Richtfest am Campus Großhadern

Neubau für die Erforschung von Schlaganfall, Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen

Der Rohbau des CSD beim Richtfest Das Richtfest des CSD am 28. Februar

Schlaganfälle und neurodegenerative Erkrankungen zählen weltweit zu den zehn häufigsten Erkrankungen und zu den drängendsten gesundheitlichen Herausforderungen in alternden Gesellschaften. Weltweit erleiden jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Davon sterben ca. 5 Millionen als direkte Folge des Schlaganfalls, weitere 5 Millionen bleiben dauerhaft behindert. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl der Schlaganfälle in Europa auf etwa 1,5 Millionen in 2025 ansteigen wird. Die Anzahl dementer Patienten wird Hochrechnungen zufolge weltweit auf mehr als 80 Millionen in 2040 ansteigen. Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, wurde vor einiger Zeit der Bau eines Forschungszentrums in München beschlossen. Der Grundstein für das Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung wurde im Sommer 2011 gelegt. Am 28. Februar 2013 wird das Richtfest gefeiert, 2014 soll der Bau abgeschlossen sein.

Professor Dichgans, Haass und Minister SpaenleDas neue Centrum für Schlaganfall- und Demenzforschung in München soll im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks dazu beitragen, Erkenntnisse zur Prävention und Therapie zu erarbeiten. In das neue Gebäude werden das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) einziehen. Am 28. Februar fand das Richtfest statt, die Inbetriebnahme ist für 2014 geplant.

Auf 8.500qm arbeiten Ärzte, klinische Wissenschaftler und Grundlagenwissenschaftler unter einem Dach und in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft zusammen. Ziel des Zentrums ist es, Ursachen und Risikofaktoren von neurodegenerativen und zerebrovaskulären Erkrankungen zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Für den Ärztlichen Direktor des LMU-Uniklinikums, Prof. Dr. Burkhard Göke, ist dies „ein weiterer gut sichtbarer Meilenstein, wie am Campus Großhadern Forschung und Medizin eng verzahnt werden, damit Patienten rasch vom medizinischen Fortschritt profitieren können.“

erste InnenansichtNeben einer Patientenambulanz und einer Vielzahl von Forschungs- und Laborräumen bietet das neue fünfgeschossige Gebäude auch genügend Raum für Unterrichts- und Konferenzräume. Äußerlich variiert das Fassadenbild des Kubus nutzungs- und klimaabhängig. Bei der Planung war der Umgang mit den inneren Wärmebelastungen eine Herausforderung. Durch die Entwicklung eines Modulsystems kann der Kühlbedarf nun ökologisch und ökonomisch optimiert gedeckt werden. Außerdem wurde ein System zur Ausnutzung thermischer Luftbewegungen integriert, wodurch die Energiebilanz des Neubaus um mehr als 30% unter den gesetzlichen Richtlinien liegt. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes wird durch eine großflächige Photovoltaikanlage gefördert. 

 


Bild Mitte: (v.l.n.r.): Prof. Dr. Martin Dichgans (Leiter des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung); Ludwig Spaenle, Staatsminister für Unterricht und Kultus, Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Haass (Gruppenleiter und Standortsprecher des DZNE in München)