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Forschungsverbund Muskelschwund (Sarkopenie) und Osteoporose startet am 1. Februar

Die Erforschung des Muskelschwunds im Alter wird von der Bayerischen Forschungsstiftung mit 2 Millionen Euro über 3 Jahre gefördert. Zusammen mit der Industriebeteiligung umfasst der Verbund ein Volumen von mehr als 4 Millionen Euro. Stellvertretender Sprecher des Verbundes ist Prof. Dr. Matthias Schieker vom Klinikum der Universität München (LMU).

Schieker ist Facharzt für Chirurgie, Osteologe und Professor für Regenerative Medizin mit Schwerpunkt Stütz- und Bewegungsapparat an der Klinik für Allgemeine, Unfall-, Hand und Plastische Chirurgie.

Der Alters-assoziierte Muskelschwund, die Sarkopenie, ist ein zunehmend gesellschafts- und gesundheitspolitisch relevantes Problem. Sarkopenie entsteht multifaktoriell durch genetische Prädisposition, mangelnde Bewegung und durch prädisponierende Begleiterkrankungen. Sarkopenie fördert ihrerseits andere muskuloskelettale Erkrankungen wie die Osteoporose. Die grundlegenden Änderungen werden oft bereits ab der fünften Lebensdekade offensichtlich. So kann es schon im erwerbsfähigen Alter zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Produktivität kommen. Im fortgeschrittenen Lebensalter drohen mit zunehmender Gebrechlichkeit (sog. Frailty) eine zudem die Einschränkung der Selbständigkeit und Pflegebedürftigkeit. 

Mehr als 20 % der Menschen über 65 und mehr als 80 % aller institutionalisierten Menschen über 80, weltweit über 50 Mio. Menschen, sind von Sarkopenie betroffen. Schon im erwerbsfähigen Alter kann es zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Produktivität kommen, im Alter drohen Gebrechlichkeit (sog. Frailty), Einschränkung der Selbständigkeit und Pflegebedürftigkeit. Auch für Bayern stellt sich die dringende Frage nach der Bewältigung dieser Anforderungen durch die Gesundheits- und Solidarsysteme.

Muskelschwund, die Sarkopenie, entsteht durch Vererbung, mangelnde Bewegung, Ernährungsprobleme und Begleiterkrankungen und bedingt auch Folgeerkrankungen wie die Osteoporose. Im Konsortium FORMOsA werden in enger Kooperation zwischen bayerischen Hochschulen (Würzburg, Erlangen-Nürnberg und München) und der Industrie Standards zur Erfassung der Sarkopenie und zur Evaluation des Erfolgs therapeutischer Interventionen erarbeitet. In einem klinischen und experimentellen Forschungsprogramm wird eine komplette Wertschöpfungskette zur Prävention, Diagnose und Therapie der Sarkopenie entwickelt.

Zitat Prof. Schieker: “FORMOSA umfasst in 2 eng verknüpften Plattformen einen präklinischen Bereich und einen Bereich zur Diagnostik und Entwicklung therapeutischer Tools. Zusammen mit verschiedenen Industriepartnern sind wir an der LMU im Verbund sowohl mit einem präklinischen Projekt im Bereich der Mausgenetik des Muskelschwundes als auch in einem kliniknahen Projekt zur Entwicklung von diagnostischen Verfahren bei der Therapie mit rückenstärkenden Orthesen beteiligt. Präklinisches Ziel ist es in einem sehr innovativen Modell neue Therapeutika zur Vermeidung des Muskel- und Knochenschwundes zu entwickeln. Klinisches Ziel ist es die Behandlung von Patienten mit osteoporoseassoziierten Brüchen der Wirbelsäule durch Stärkung der Rückenmuskulatur zu verbessern.”

 


Link: Osteologisches Schwerpunktzentrum am Klinikum der Universität München | PDF-Download: Formosa