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Zahl der HIV-Neuinfektionen ist angestiegen

Welt-Aids-Tag 2012

Im Vergleich zu 2011 ist Zahl der Neuinfektionen in Deutschland von 2.700 auf 3.400 in 2012 gestiegen, in Bayern von 340 im Vorjahr auf 410 in diesem Jahr. Eine Ursache sieht Dr. Stefan Zippel, Experte für sexuell übertragbare Krankheiten von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie darin, „dass viele kein Risikobewusstsein mehr haben.“

Denn dank der verfügbaren Therapie ist Aids heute eine chronische, aber nicht unmittelbar tödlich verlaufende Erkrankung. „Das heißt, wir dürfen in der Aufklärungsarbeit nicht nachlassen“ mahnt Dr. Zippel.

Die HIV-Therapie ist eine lebenslange und verlangt ein hohes Maß an Einnahmedisziplin. Wenn Patienten aber eine funktionierende Therapie haben, dann sind sie nicht mehr ansteckend. Trotzdem erleben viele HIV-Infizierte Zurückweisungen und die Stigmatisierung von HIV-Infizierten ist nach wie vor ein großes Problem. Selbst durch Ärzte und medizinisches Personal, wie eine Befragung von über 1.100 HIV-Infizierten ergab.

„Neben der Aufklärung von HIV-Infektionsrisiken besonders in Verbindung mit sexuell übertragbaren Erkrankungen, die das Risiko sich mit HIV anzustecken um den Faktor 5-10 erhöhen, ist es wichtig für Solidarität gegenüber HIV-infizierten Menschen zu werben“, so Dr. Zippel. „Diese Ausgrenzung zu verhindern ist ein wichtiger Faktor für eine gelingende HIV-Prävention.“

 Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet Stefan Zippel seit Jahren mit seinen Vorträgen für Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Zum Welt-AIDS-Tag 2003 wurde die Vorlesung „Risiken der HIV-Infektion und STD“ von Dr.Zippel zum ersten Mal angeboten. Im Laufe der Jahre konnte aufgrund des wachsenden Interesses, des zunehmenden Bekanntheitsgrades und der Unterstützung durch die zuständige Fachabteilung des bayerischen Kultusministeriums die Vorlesung verstärkt angeboten werden. Bis Ende 2012 fanden fast siebenhundert Vorträge vor ungefähr 90.000 Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen statt. Bei der Präven-tionsveranstaltung handelt es sich um einen interaktiven Vortrag von insgesamt drei Stunden Dauer.

Die Vorlesung gliedert sich in folgende Themengebiete:

  • Basiswissen
  • Infektiosität
  • Leben mit HIV
  • Epidemiologie
  • Verhalten (was ist Treue)
  • Sexualität und Sprache
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Kondomgebrauch

Vermittelt werden dabei vor allem folgende Botschaften:

  • Es gibt noch andere Erkrankungen neben der HIV-Infektion, vor denen Kondome schützen.
  • Viele dieser Krankheiten sind heilbar
  • Hepatitis-A+B- und HPV-Impfung  bedenken
  • je früher ein Arztbesuch erfolgt, desto weniger belastend ist die Therapie und umso geringer ist das Infektionsrisiko für den Sexualpartner, der aber immer informiert werden sollte

 


Link: Informationen auf "www.aidshilfe.de"