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Herzspezialisten des LMU-Klinikums begleiten Rettungsflug von USA nach Deutschland

26.12.2018 - Spezialisten des LMU-Klinikums waren kürzlich an einem spektakulären, interkontinentalen Einsatz beteiligt. Gemeinsam mit der Flugambulanz Pediatric Air Ambulance brachten Dr. Matthias Hübner von der Abteilung Kinderkardiologie und Kardiotechniker Robert Dzieciol aus dem Team von Frank Born in der Herzchirurgie die dreijährige Chloe von Salt Lake City nach Berlin. Das Mädchen leidet an einer schweren Herzerkrankung und kann derzeit nur mittels eines linksventrikulären Unterstützungssystem (Berlin Heart - LVAD: EXCOR® Pediatric) überleben.

Dr. Matthias Hübner (re.) von der Abteilung Kinderkardiologie und Kardiotechniker Robert Dzieciol aus der Herzchirurgie. Dr. Matthias Hübner (re.) von der Abteilung Kinderkardiologie und Kardiotechniker Robert Dzieciol aus der Herzchirurgie.

In der Charité in Berlin – dem Entwicklungsstandort dieses speziellen Pumpensystems - soll das Mädchen nun unter kontrollierten Bedingungen von den unterstützenden Pumpen entwöhnt werden. Die Münchner Experten wurden eingeschaltet, "weil unser interdisziplinäres Team sich bereits über die Jahre eine Expertise im Hochrisikosegment extrakorporaler Unterstützungssysteme inklusive des Patiententransportes erarbeitet hat", sagt Prof. Dr. Christian Hagl, Direktor der Herzchirurgie am LMU-Klinikum.

Pediatric Air Ambulance ist seit mehreren Jahren offizieller Kooperationspartner des LMU-Klinikums und führt weltweit Kinderintensivtransporte durch – gemeinsam mit Ärzten und Schwestern der LMU und organisatorischer Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes. Für den Kinderintensivarzt Dr. Matthias Hübner, der das Kind während des Fluges betreute, bestand die Herausforderung vor allem darin, dass "jedes Teammitglied genau weiß, was zu tun ist, dass man Hand in Hand arbeitet und man sich hundertprozentig aufeinander verlassen kann. Gerade das Ein- und Ausladen von Patienten und Equipment in das Ambulanzflugzeug ist der kritischste und fehleranfälligste Teil einer solchen Mission."

Auch Kardiotechniker Robert Dzieciol musste bei diesem Transport einige Probleme lösen. "Die Kunstherz-Konsole mit 110 Volt sowie 60 Hz und der Konverter im Transport Flugzeug waren nicht kompatibel, sodass ein neuer Konverter verbaut werden musste mit entsprechenden Sicherheitskontrollen."

Schon bisher gab es eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Rettungsfluggesellschaft Rega. Vor allem beim Einsatz mit der Mini-Herz-Lungenmaschine sind die Münchner Experten gefragt. "Die Kooperation mit Pediatric Air Ambulance und dem Deutschen Roten Kreuz bedeutet für das LMU-Klinikum eine Ausdehnung der Sichtbarkeit dieses Segments, welches sowohl im Klinischen Alltag wie auch in der Notfallmedizin einen zunehmenden Stellenwert erhalten wird", sagt Prof. Hagl. Denn mit der Mini-Herz-Lungenmaschine kann heute auch schwer kranken Patienten geholfen und ein Transport in ein leistungsfähiges und kompetentes Zentrum, wie das LMU-Klinikum, möglich gemacht werden.

 Kindtransport

Chloe im Flugzeug mit Dr. Matthias Hübner.    

     imflugzeug