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Servicethemen-Ratgeber LMU-Medizin

Tipps gegen den Hitzestress

21.06.2017 - Die erste große Hitzewelle des Jahres hat auch Bayern erreicht. Lange Tage und Sonne satt laden dazu ein, es sich gut gehen zu lassen und viel Zeit im Freien zu verbringen. Vor allem Temperaturen über 30 Grad stellen den Körper jedoch vor einige Herausforderungen: starkes Schwitzen, Mattigkeit und auch Kreislaufbeschwerden können auftreten. Auch die Mittagssonne birgt Gefahren. Mit den folgenden Tipps kommen Sie gut durch die heißen Tage und können den Sommer genießen.

Trinken nicht vergessen

Vor allem bei heißen Temperaturen schwitzt der Körper mehr und benötigt als Ausgleich viel Wasser. Studien belegen: Schon bei einem Wasserverlust von etwa zwei Prozent des Körpergewichts sinkt die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit um rund 20 Prozent. Vier Prozent Wasserdefizit bewirken eine 50-prozentige Minderung der Leistungsfähigkeit. Dass hiervon auch das Denkvermögen betroffen ist, liegt u.a. daran, dass das Gehirn zu über 90 Prozent aus Wasser besteht: Fehlt dem Körper Flüssigkeit, verschlechtert sich nicht nur die Durchblutung des Gehirns, sondern die Gehirnspeicher trocknen zudem regelrecht aus und können keine Informationen mehr aufnehmen bzw. speichern.

Als Faustregel gilt: Trinken Sie zwei, am besten sogar drei Liter pro Tag. Ideale Durstlöscher sind Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie sind kalorienarm. Die Getränke wollten übrigens nicht kalt oder eiskalt getrunken werden! Nicht zum Durstlöschen geeignet sind dagegen schwarzer Tee, Kaffee und Alkohol – sie entziehen dem Körper eher Wasser. Wer unsicher ist, ob er genug getrunken hat, kann die Farbe seines Urins beobachten: Ist er dunkelgelb, trinken Sie ganz sicher nicht genug.

Sonnenschutz auftragen

Sonnenstrahlen machen gute Laune, kurbeln den Kreislauf an und stärken die Immunabwehr. Außerdem regen sie die Bildung von Vitamin D an, das der Körper u.a. für den Knochenaufbau benötigt. Sich möglichst viel im Freien aufzuhalten tut Körper und Geist also gleichermaßen gut. Wichtig ist, dass Sie Ihre Haut nie ungeschützt der Sonne aussetzen. Andernfalls riskieren Sie einen Sonnenbrand – und im schlimmsten Fall Hautkrebs als Spätfolge.

Unser Tipp: Tragen Sie auf Ihre Haut (das Gesicht dabei nicht vergessen) eine Sonnencreme mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor auf; mindestens mit LSF 20 oder 30. Für das „Sonnenbaden“ empfehlen wir einen schattigen Platz zwischen 11 und 15 Uhr – auf diese Weise laufen Sie keine Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen. Denken Sie auch immer an eine Kopfbedeckung – insbesondere bei Kindern wichtig – und meiden Sie die direkte Mittagssonne.

Schnelle Hilfe bei Sonnenbrand

Sobald Sie Anzeichen eines Sonnenbrands bemerken, sollten Sie schnell Schutz im Schatten suchen. Leichte Hautrötungen können mit kühlenden Umschlägen, einer After-Sun-Creme oder einem Gel behandelt werden. Sie enthalten viel Wasser und wenig Fett und wirken dadurch kühlend und beruhigend. Zusätze wie Dexpanthenol, aber auch Aloe Vera helfen, die Haut zu reparieren. Bei einem leichten Sonnenbrand ohne Blasenbildung bringen auch kühle Duschen bei ca. 25 Grad Celsius Linderung. Ebenso sind Quark und Joghurt aus dem Kühlschrank schnelle Helfer – diese aber nur anwenden, wenn Sie Haut unversehrt ist.

Leichte Kost zu sich nehmen

Fette und schwer verdauliche Speisen wie Schweinsbraten belasten den Kreislauf zusätzlich – deshalb sollte bei sommerlichen Temperaturen eine leicht verdauliche Kost bevorzugt werden. Empfehlenswert sind z. B. Salate, frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte sowie fettarmes Fleisch (Huhn und Pute) oder Fisch.


Unsere Experten am Klinikum der Universität München:

Thema Sonnenschutz:

Internet-Icon Prof. Dr. med. univ. Jörg Prinz, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie

Thema Ernährung und Stoffwechsel:

Internet-Icon Prof. Dr. med. Julia Mayerle, Medizinische Klinik und Poliklinik II

Thema Hitzekollaps:  

Internet-Icon Prof. Dr. med. Markus Wörnle, Leiter Internistische Notaufnahme, Medizinische Klinik und Poliklinik IV