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Experteninterview zum Thema Glatteis

13.01.2017 - Gerade bei der jetzigen Wetterlage mit zum Teil sehr gefährlichen Eis und Schneeplatten müssen wir uns alle sehr vorsichtig bewegen. Insbesondere ältere Menschen sind bei dieser Witterung besonders gefährdet, da sie sich nicht ausreichend abstützen können und somit ungebremst auf dem Boden aufschlagen. Aber auch jüngere Patienten können Opfer von Glatteis sein und müssen in den Notaufnahmen Innenstadt und Großhadern am Klinikum der Universität München versorgt werden.

Glatteis und die Folgen Glatteis und die Folgen ©Fotolia / M.Dörr & M.Frommherz

Dr. Tobias Helfen, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, zeigt in unserem Video die gesicherte Fortbewegung bei solchen Witterungsbedingungen. Hier können wir uns die Natur zu Nutzen machen:
"Der Pinguin macht es vor. Beim Pinguin-Gang wird der Körperschwerpunkt über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet; der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität. Damit sinkt die Gefahr, auf spiegelglattem Untergrund das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen. Dies verdeutlicht auch noch einmal das Schaubild der 'Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie'", sagt Dr. Tobias Helfen.

Die Verletzungssymptomatik beim Eintreffen in den Notaufnahmen ist sehr unterschiedlich, da bei einem Sturz auf den gefrorenen Boden viele Körperregionen gleichzeitig betroffen sein können. Als besonders folgenschwer können sich Stürze auf den Kopf darstellen, da es hier zu schweren Schädel-Hirn-Traumata kommen kann. Aber auch Handgelenke und Schultergelenke sind gleichermaßen betroffen. Gerade in den Wintermonaten merken auch die Notaufnahmen des Klinikums der Universität München am Campus Innenstadt und in Großhadern, dass vermehrt Patienten mit Sturzverletzungen eintreffen.

Eine schnelle Versorgung und Mobilisierung ist entscheidend

Je nach Schwere und Art der Verletzungen sind die Behandlungsmethoden sehr unterschiedlich: von einer Operation mit anschließendem stationären Aufenthalt, über eine ambulante Versorgung, bis hin zur medikamentösen Therapie ist alles möglich. "In jedem dieser Fälle können Sie aber sicher sein, dass eine bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht und Sie umfassend über die Folgemaßnahmen informiert werden", sagt Dr. Tobias Helfen.


Ansprechpartner

Dr. med. Tobias Helfen

Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Klinikum der Universität München (LMU)

Campus Innenstadt

E-Mail-Icon tobias.helfen@med.uni-muenchen.de