Wahrnehmung - Lesen oder Scannen

1. Bildschirmlesen ist mühsam

Das Bildschirmlesen ist beschwerlich und ist rund ein Viertel langsamer als auf Papier. Die Augen ermüden schneller, da auf dem Monitor eine geringere Auflösung vorliegt. Die Sichtfläche ist kleiner, als beim Print: einzelne Passagen müssen ins Blickfeld manövriert werden.

Zudem ist das Lesen anstrengender, wegen einer statischen und unkomfortablen Lesehaltung.

2. Textlängen schwer abschätzbar

Im Web fehlt das „Ortsgefühl“, da Webseiten nicht schnell durchgeblättert werden können und dadurch schwer eingeschätzt werden kann, wie viel Text/Inhalt sich auf der Webseite befindet. Im Vergleich zu einem Buch: Blättern, dick/dünn, Seitenzahl!

Problem für den Webseiten-Besucher: Lohnt sich der Einstieg ins Lesen?

Forschung zum Bildschirmlesen

Die Forschung zum Bildschirmlesen hat folgende Ergebnisse erbracht, die Sie als Web-Redakteur bedenken sollten. Nutzer lesen nicht im Web, sondern scannen. Folgende Zahlen verdeutlichen dies:

  • unter 20 % lesen Wort für Wort
  • über 80 % scannen, überfliegen die Seite und suchen Schlüsselwörter
  • Nutzer lesen im Schnitt nur rund 20% des Textes
  • Bei unter 100 Wörtern wird etwa die Hälfte gelesen
  • Pro weitere 100 Wörter zusätzliche 4,4 Sekunden = maximal 18 weitere Wörter
  • Durchschnittlich verbringt der Besucher ca. 20 bis 25 Sekunden "Grundzeit" auf der Seite, 10-15 Sekunden davon fürs Lesen
  • Das Scannen erfolgt in F-Form (zweimal horizontal über die beiden ersten Absätze, dann vertikal entlang des linken Seitenrandes). Zeilen werden meist nicht zu Ende gelesen.
  • Besucher von Webseiten sind nutzenorientiert. Wenn sie den gewünschten Nutzen nicht finden, verlieren sie schnell das Interesse und verlassen die Webseite. Pflegen Sie deshalb regelmäßig relevante Informationen ein.
  • Websites lassen keinen Blick auf den ganzen Webauftritt zu. Es fehlt das "Ortsgefühl" wie dies Printmedien vermitteln. Bieten Sie deshalb Orientierung durch Ihre Navigation (Menüstruktur)!

Diese Fakten stimmen sowohl bei der Suche und beim Surfen, als auch für schmale Einspalter, breite Einspalter und Zweispalter.

Vertikales Scrollen wird gerne und schnell durchgeführt, horizontales hingegen eigentlich fast nicht. Die Aufmerksamkeit nimmt nach unten hin ab und etwa 80% der Nutzerzeit liegt „über dem Bruch“. Nutzer verbringen ca. 70% der Zeit mit der linken, ca. 30% der Zeit mit der rechten Bildschirmhälfte. Nur 1% der Inhalte wird beachtet, wenn horizontal gescrollt werden muss.

Fotos müssen informativ und echt sein, denn Nutzer ignorieren Fotos, wenn sie die Seite nur „aufpeppen“ sollen oder rein dekorativ sind (feel-good-images). Nutzer beachten Grafiken und Fotos, wenn sie relevante Inhalte enthalten.

forward Text gliedern, portionieren und als F-Form anbieten

  Verantwortlich für den Inhalt: Jürgen Primbs